Biography of Sigmund Laufer and Emilie Laufer geb. Rohrbach
Verlegung der beiden Stolpersteine am 08.09.2022, 16:00 Uhr
Sigmund Laufer wurde 1882 in Hofheim im Kreis Bensheim geboren.
Er heiratete 1912 in Straßburg die evangelische Emilie Rohrbach, geboren 1876, aus Hangweiler im Elsass.
1916 wurde Tochter Lieselotte in Straßburg geboren, die vor 1938 in die USA emigrierte.
1932 zog die Familie nach Lahr, wo Laufer als Textil-Kaufmann arbeitete.
1938 mietete das Ehepaar eine Zweizimmer-Wohnung in der Vulmersbergstraße 12.
Seine Gewerbe-Legitimationskarte ließ er ab Februar 1937 nicht mehr erneuern, da die Beamtenkundschaft nicht mehr bei ihm kaufte.
Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 war er sechs Wochen im Konzentrationslager Dachau inhaftiert, wo er auch geschlagen wurde.
Während des Krieges arbeitete er als Packer und Hilfsarbeiter bei Firmen in Lahr.
Im Februar 1945 wurde er in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, das er überlebte.
Nach der Befreiung durch die Rote Armee kehrte er nach Lahr zurück.
Nach dem Krieg arbeitete er kurze Zeit bei der Lahrer Stadtverwaltung.
1946 wohnte das Ehepaar in der Lotzbeckstraße 11.
Die Alliierten übergaben ihm das Schuhhaus Stolz am Urteilsplatz (ehemals jüdisches Schuhhaus Haberer).
Nach der Währungsreform 1948 ging der Umsatz so bedeutend zurück, dass er 1952 das Geschäft an den Voreigentümer Stolz zurückverkaufen musste.
Seine Frau starb 1949 in Lahr, Sigmund Laufer starb 1963 in Herbolzheim.
Zum Hintergrund:
Am 15. September 1935 verlas NS-Reichstagspräsident Hermann Göring in Nürnberg das „Blutschutzgesetz“, das fortan Eheschließungen von „Deutschblütigen“ mit Juden verbot.
Im Dezember 1938 schuf Reichskanzler Adolf Hitler die Kategorien „privilegierte“ und „nicht-privilegierte Mischehe“.
Privilegiert war, wer seine Kinder nicht-jüdisch erzog (oder Frau jüdisch und kinderlos), die Nicht-Privilegierten erzogen ihre Kinder jüdisch (oder Mann jüdisch und kinderlos).
Auf die Ehepartner wurde enormer Druck ausgeübt.
Jüdische Ehepartner in sogenannten Mischehen, die vor 15. September 1938 geschlossen worden waren, waren bis Februar 1945 vor Deportation geschützt.
Jedoch waren beide Ehepartner und deren Kinder massiven Schikanen ausgesetzt.
Auf die nicht-jüdischen Ehepartner wurde enormer Druck ausgeübt, sich scheiden
zu lassen.
Die gesetzliche Zwangsscheidung wurde zwar jahrelang von einflussreichen Parteianhängern gefordert, aber nicht durchgesetzt.
Durch die Schikanen der Nazis stieg die Scheidungsrate.
1933 waren es etwa 35000 sogenannte Mischehen im Deutschen Reich, 1939 waren es noch etwa 20000 und bei Kriegsende 12000.
Mitte Februar bis März 1945 wurde der Schutz aufgehoben und 2600 jüdische Ehepartner aus dem Deutschen Reich in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.
Text von Doris Gerteis, erstmals veröffentlicht in der Badischen Zeitung, siehe auch:
https://www.badische-zeitung.de/opfer-massiver-schikanen--182107612.html
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Gustav Richter40 m
Hedwig Herbert geb. Segall440 m
Katharina Vieser530 m
Elfriede Caroli620 m
Franz Ehinger640 m
Julie Haberer670 m
Sources & Imprint
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025