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Geschwister Helene und Sofie Lion, Friedrichstraße 8

Biography of Helene and Sofie Lion

Helene Lion wurde am 15.8.1866 als Tochter der Marie Lion (geb. Geismar) und des Abraham („Frommele“) Lion geboren. 1868 kam ihr Bruder Josef zur Welt (gestorben 1918 in Konstanz) und am 25.9.1871 ihre Schwester Sofie. Helene und Sofie blieben ledig und wohnten im elterlichen Haus in der Friedrichstraße. Sie betrieben einen Kurzwarenladen, lebten in bescheidenen Verhältnissen. In der Reichspogromnacht vom 10.11.38 (in Ettenheim am ein Tag nach den deutschlandweiten Pogromen vom 9.11.1938) wütete der Mob besonders gegen diese wehrlosen, alten Frauen. Scheiben wurden eingeschlagen und ihr kleiner Laden sowie ihre Wohnung wurden komplett verwüstet. Nachdem sie sich erfolglos den Gewalttätern entgegengestellt hatten, flüchteten sie zu den Nachbarn. In den folgenden Tagen wurden sie von eben diesen Nachbarn heimlich versorgt. Am 8.12.1939 zogen die „Frommeles“ in das jüdische Altersheim in Gailingen. Von dort wurden sie wie alle anderen Bewohner am 22.10.1940 nach Gurs (Frankreich) deportiert. Helene wurde in das Lager Récébédou (Vorort von Toulouse) verlegt. In diesem Lager für schwächliche und behinderte Internierte verstarb Helene Lion am 13.4.1941 an Hunger und Krankheit.
Die Spuren von Sofie Lion verlieren sich im Lager Gurs. Es gibt dort kein Grab von ihr und sie ist auch auf keine Transportliste für die Lager im Osten aufgeführt.

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