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Familie Hess

Biography of Albert Hess, Berta Hess, geb. Wertheim and 4 more

In diesem Haus lebte bis 1939 die Familie Hess.

Der aus Oberasphe stammende Viehhändler Albert Hess (*1882) heiratete 1912 Berta Wertheim, die Cousine von Isidor Wertheim, und zog später in das Wertheimsche Haus Nr. 36 - heute Ohmtalstraße 5 - in Bürgeln ein. Im 1. Weltkrieg verlor Albert als Soldat das rechte Bein. Das Ehepaar hatte 4 Kinder: Julius (*1911), Erna (*1913), Fritz (*1915) und Martin (*1924). Julius Heß wanderte bereits 1930 in die USA aus. 1939 konnte Albert Hess mit seiner Frau Berta in die USA fliehen.

Berta Hess wurde in diesem Haus 1882 als Tochter von Nannx (Nannchen) und Jakob Wertheim geboren. Nach ihrer Flucht 1939 lebte sie mit ihrem Mann Albert und ihren Kindern in Baltimore (USA).

Erna Hess wuchs in diesem Haus auf. 1934 wanderte sie infolge der immer stärker werdenden antijüdischen Repressionen in die USA aus.

Fritz Hess, der hier 1915 geboren wurde, folgte seinen Geschwistern 1936.

Martin Hess erblickte 1924 in diesem Haus das Licht der Welt. Im Mai 1939 versuchte er, gemeinsam mit 905 Jüdinnen und Juden mit dem Schiff St. Louis nach Cuba zu entkommen, um von dort zu seinen Familienangehörigen in die USA zu gelangen. Die neu an die Macht gekommmene Regierung von Cuba weigerte sich aber, die Passagiere an Land zu lassen. Auch die USA und Kanada nahmen die Flüchtlinge nicht auf. Dem mutigen Kapitän Gustav Schröder gelang es, die Passagiere in Antwerpen an Land zu setzen. Martin konnte dann vor dem Einmarsch deutscher Truppen 1939 noch in die USA fliehen. Etwa 600 der St.Louis-Passagiere gelang es nicht, zu entkommen. Sie fielen zum größten Teil dem Rassenwahn der Nazis zum Opfer.

Jettchen Wertheim, verh. Marx, wurde 1873 ion diesem Haus geboren. Sie heiratete Sußmann Marx (*1865) und wohnte dann in Grüsen (im heutigen Landkreis Waldeck-Frankenberg). Aus ihrer Ehe gingen die Töchter Hannchen, genannt Hedwig (*1897), Betty (*1899), Flora (1901-1903) und Paula (*1905) sowie die Söhne Walter (*1910) und Wilhelm (*1916) hervor. Alle ihre Kinder konnten rechtzeitig vor den Nazis nach Palästina (Walter) oder in die USA fliehen. Sußmann Marx starb 1941. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Grüsen begraben. Seine Witwe Jettchen Marx wurde am 7. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und von dort am 29. September 1942 nach Treblinka, wo sie ums Leben kam.

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