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Miriam oo Josef Herschel Greilsheimer, Friesenheimer Hauptstr. 95, Friesenheim

Biography of Josef Herschel and Miriam Greilsheimer

Der Viehhändler Josef Herschel Greilsheimer

Josef Greilsheimer kam am 15.11.1883 in Friesenheim zur Welt. Im Dorf wurde er auch „Herschel Sepp" genannt. Im Dorf erzählte man, er sei ein sehr liebenswerter, großzügiger Mann gewesen. Kühe konnte man bei ihm auch mit Ratenzahlung kaufen. Er war der letzte Vorsteher der jüdischen Gemeinde Friesenheims. Jeden Samstagabend traf er sich mit den jüdischen Bürgern, um mit diesen in die Synagoge in der Lahrgasse zu gehen.

Sein im Mai 1836 geborener Vater Heinrich übernahm von seinem Vater Josef nach dessen Tod den seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts existierenden Viehhandel.
Heinrichs jüngerer Bruder Philipp gründete in der Friedenstraße 22 selbst einen eigenen Handel.
Der jüngste Bruder lsaak gründete in der Lahrgasse 14, hinter der Synagoge, ebenfalls einen Viehhandel.

Als Josefs Vater Heinrich Greilsheimer im Jahre 1912 starb, hatte er die Gewissheit, dass sein Betrieb durch Josef weitergeführt würde.

Josefs Schwester Sofie heiratete am 24. 03.1914 den Kaufmann Karl Baumann.
Dieser starb jedoch bereits im Jahre 1918 im I. Weltkrieg den "Heldentod".

Josef Greilsheimer war mit Miriam geb. Barth verheiratet.
Sie wurde am 06.02.1893 geboren. Miriam Greilsheimer war ähnlich wie ihr Mann.
Sie war großzügig, nett und gab auch gerne Kindern aus dem Dorf etwas zu Essen.
Eigene Kinder hatte das Ehepaar nicht.

Im Gegensatz zu den anderen Friesenheimer Juden wurde das Ehepaar Greilsheimer 1940 nicht nach Gurs deportiert, Josef Greislsheimer war schwer krank und nicht transportfähig. Vielleicht schützte ihn jedoch auch seine Stellung als Gemeindevorsteher vor der Deportierung.

Einnahmen aus dem Viehhandel waren in dieser Zeit nicht mehr vorhanden. Die Lebenssituation für das Ehepaar war unerträglich. Die Nachbarfamilie versorgte das Ehepaar heimlich durch das angrenzende Fenster.

Josef Greilsheimer suchte vor der angekündigten Deportierung am 09.04.1942 den Freitod, in dem er sich im Stall erhängte.
Seine Ehefrau Miriam wurde am 26.04.1942 abgeholt und nach Stuttgart gebracht.
Ein letztes Lebenszeichen war eine Postkarte aus Riga. Im Lager lzbica/Polen dürfte sie wohl umgekommen sein.
Das Ehepaar Josef und Miriam Greilsheimer waren die letzten beiden jüdischen Personen, die in Friesenheim lebten.

Nach dem Tod des Ehepaares Greilsheimer verwendete die Gemeinde Friesenheim das Gebäude zur Unterbringung von Wohnungsnotfällen und Flüchtlingen. Die Erben in den Vereinigten Staaten veräußerten das Gebäude im Jahre 1955.

Übernommen und redigiert von bertram bliss aus:
Ekkehard Klem, Geschichte der Juden in Friesenheim, Erinnerungsplätze und Spuren, Verlag Medien und Dialog Klaus Schubert ISBN 3-933231-91-4

(Darin:
Fundstellen:
- 0SB Friesenheim 5217 und 5224
Text: Christian Zeller)

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Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim

Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.

Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.

Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.

Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.

Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.

Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.

Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.

Lahr, den 27.01.2025