Biography of Hugo Greilsheimer
Friesenheimer Hauptstraße 38
Hugo Greilsheimer (geb. 14.11.1889), das achte Kind von Marx Greilsheimer und Charlotte Weil, war für die geistlichen Belange der jüdischen Gemeinde zuständig, er übte das Amt des Vorsängers aus und leitete die Beerdigungsbrüderschaft.
Nachdem sein Vater 1933 starb übernahm sein lediger Sohn Hugo Greilsheimer das Tuchwarengeschäft.
Im Hause Greilsheimer war eine christliche Haushaltshilfe names Rosa beschäftigt. Sie stammte aus dem Kinzigtal aus einer Ortschaft bei Gengenbach. Rosa versorgte den Haushalt und arbeitete auch im Ladengeschäft mit. Jedes Jahr stiftete Hugo Greilsheimer Handtücher und Kinderschürzen aus seinem Manufakturwarengeschäft an die beiden christlichen Kindergärten. Hugo Greilsheimer wurde auch der „Bühnijud" genannt, weil sein Geschäft im Dachgeschoss, der sogenannten Bühne seines Hauses, lag.
Das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" verbot die Ehe zwischen Juden und Ariern. Außereheliche Beziehungen zwischen Juden und deutschen oder artverwandten Blutes waren unter Strafe gestellt.
Wegen Rassenschande wurde Hugo 1935 verhaftet. Was Hugo Greilsheimer im Lahrer Gefängnis durch die Gestapo erleben mußte, ist nicht bekannt.
Die Staatsanwaltschaft Offenburg, AZ 293/35 teilt dem Standesamt Lahr mit Meldung vom 13.12,1935 mit, dass der Kaufmannn Hugo Greilsheimer, 46 Jahre alt, ledig aus Friesenheim am 09.12.1935, 7.15 Uhr verstorben sei.
Die Beisetzung erfolgte auf dem Schmieheimer Friedhof.
In Friesenheim erzählte man sich, dass er sich in seiner Gefängniszelle erhängt habe.
Im Jahre 1938 verkauften die noch lebenden vier Geschwister Pauline Sara Weil aus Sulzburg, Ludwig Greilsheimer aus Offenburg, Blandina Haas aus Freiburg und Luise Weil aus Breisach das Gebäude.
Die Familie:
Gemeindevorsteher Marx Greilsheimer
Im Jahr 1887 erwirbt der Gemeindevorsteher und Handelsmann Marx Greilsheimer das Anwesen Friesenheimer Hauptstr. 38.
Er wurde am 23.02.1843 in Friesenheim geboren und hatte fünf Geschwister. Seine Eltern waren der Handelsmann Gottlieb Greilsheimer und Berta Meier. Sein Vater starb am 23.02.1896.
Marx Greilsheimer übte über 30 Jahre das Amt des Gemeindevorstehers der jüdischen Gemeinde aus und gehörte zu den angesehensten Männern im gesamten Ort. Er heiratete die aus Kippenheim stammende Charlotte Weil (geb. um 1853). Sie hatten neun Kinder.
Marx Greilsheimer und seine Gattin feierten am 01.07.1926 Goldene Hochzeit. Der Friesenheimer Gesangverein sang seinem Gündungsmitglied ein Ständchen. Zu den Gratulanten zählte der Bürgermeister, der Oberrat der Israeliten in Baden und der Bezirksrabbiner. Das Jubelpaar wurde im Synagogenhof empfangen und in die Synagoge geleitet. Charlotte Weil verstarb am 05.12.1926.
Marx Greilsheimer starb kurz nach seinem 90. Geburtstag am 06.03.1933 in Friesenheim.
Übernommen und redigiert von bertram bliss aus:
Ekkehard Klem, Geschichte der Juden in Friesenheim, Erinnerungsplätze und Spuren, Verlag Medien und Dialog Klaus Schubert ISBN 3-933231-91-4
(Darin:
Fundstellen:
- 0SB Friesenheim 5215, 5221 und 5273
- Der Israelit 15.07.1926
- Sterbebucheintrag Standesamt Lahr Nr. 243/1935
Text:
- Annabell Öschger)
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Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025