Biography of Erich Ferl
Wurzner Str. 171
Erich Ferl
Erich Ferl wurde am 24.12.1915 in Leipzig Paunsdorf geboren. Seine Kindheit erlebte er in Paunsdorf bis die Familie 1924 in die Wurzener Str. 171 nach Leipzig Sellerhausen-Stünz umzog. Erich Ferl besuchte acht Jahre lang die Volksschule. Sein Vater, der als Rangierer bei der Reichsbahn in Engelsdorf beschäftigt war, starb 1926 bei einem Arbeitsunfall. Erich Ferl hatte noch einen jüngeren Bruder. Nach seiner Schulzeit begann er 1929 mit 14 Jahren eine Lehre zum Steinsetzer. Diese brach er nach 1½ Jahren aus Desinteresse ab, wie seine Mutter Milda Ferl (geb. Luckner) in einem nach dem Krieg geschriebenen Lebenslauf angab. Erich Ferl blieb arbeitslos. Inspiriert durch Schulfreunde in Stünz und seinen Onkel Herbert Luckner, der bis 1933 Stadtverordneter der Kommunistischen Partei (KPD) war, kam er schon frühzeitig mit politischen Themen in Berührung. Er engagierte sich seit seinem letzten Schuljahr in der kommunistischen Jugend.
Am Abend des 23. März 1933 ging Erich zu einem Treffen im ehemaligen Parteilokal „Parkfrieden“ in der Karl-Härting-Straße. Diese Zusammenkunft wurde von der SA und der Polizei aufgelöst. Es fielen Schüsse. Durch fünf Schüsse schwerverletzt wurde Erich in das Krankenhaus St. Jakob (heute Uniklinik) gebracht.
Die nationalsozialistische Propaganda schob die Schuld an der Schießerei dem politischen Gegner zu. In der „Neue Leipziger Zeitung“ vom 25.3.1933 titelte sie „Kommunistischer Feuerüberfall“ und entlastete die Täter indem sie feststellte, Ferl sei „[…] von seinen eigenen Parteigenossen angeschossen worden“. Eine Untersuchung des Falls im Jahr 1946 konnte die wahren Täter nicht mehr ermitteln.
Erich Ferl (17 Jahre) erlag am Abend des 24. März 1933 seinen Verletzungen.
Patenschaft: Ein Projekt des Erich-Zeigner-Haus-e.V. mit der Neuen Nikolaischule Leipzig
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