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Wohnhaus der Familie Stern

Biography of Heinrich, Auguste and Edith Stern

Heutige Adresse: Martinstraße 34

Wohnhaus der Familie Stern

Heinrich Stern
Heinrich Stern wurde am 31. August 1879 als Sohn von Handelsmann Zacharias Stern und Sara Stern in Heddesheim geboren.
Aus seiner Ehe mit Auguste Lindauer stammen 5 Kinder, von denen aber nur Edith (siehe Stolperstein) und Margot das Erwachsenenalter erreichten. 1918 zog die Familie nach Esslingen, wo Heinrich Stern in der Pliensaustraße 31 ein Kaufhaus eröffnete, dass er 1931 aus gesundheitlichen Gründen verkaufen musste. Im gleichen Jahr eröffnete die Familie ein Textilwarengeschäft, bei dem seine Frau Auguste Stern Inhaberin war. 1937 musste dieses Geschäft unter Druck der Nationalsozialisten jedoch aufgegeben werden, wonach Heinrich und Auguste nach Stuttgart zogen. Von dort wurden sie 1941 nach Baisingen zwangsumgesiedelt.
Am 01. Dezember 1941 wurde Heinrich nach Riga deportiert und dort ermordet.

Auguste Stern
Auguste Stern ist am 06. Februar 1883 in Menzingen als Kind von Moritz und Elise Lindauer zur Welt gekommen. Sie heiratete den Kaufmann Heinrich Stern am 24. April 1906 bürgerlich in Bruchsaal und einen Tag darauf in einer Synagoge in Frankfurt.
Gemeinsam mit ihm bekam sie 5 Kinder, wovon die ersten 3 bereits wenige Monate nach oder schon kurz vor der Geburt verstarben.
Am 07. Juli 1910 brachte sie jedoch in Ludwigsburg Margot Stern zur Welt, die bis 1927 die Mädchenrealschule in Esslingen besuchte, bis sie 1932 den Tuchagenten Leo David heiratete, mit dem sie zunächst nach Düsseldorf und später nach Argentinien auswanderte. Dort starb sie auch 1986, kurz vor einem geplanten Besuch in Esslingen.
Am 09. April 1913 kam auch Augustes jüngste Tochter Edith Stern zur Welt. (siehe Stolperstein Edith Stern)
Nachdem das Geschäft von Heinrich und Auguste Stern 1937 aufgelöst wurde, zogen die beiden 1938 nach Stuttgart, von wo aus sie 1941 nach Baisingen zwangsevakuiert wurden. Auguste wurde am 26. April 1942 nur wenige Monate nach ihrem Mann nach Izbica deportiert und dort ermordet.

Edith Stern
Edith Stern kam am 09. April 1913 in Stuttgart als Tochter von Heinrich und Auguste Stern zur Welt.
Zwischen 1934 und 1936 hatte sie zwei Aufenthalte in der Privatklinik Esslingen-Kennenburg und war danach in der Heilanstalt Bendorf-Sayn bei Koblenz untergebracht.
Am 03. Juni 1942 wurde der Befehl zur Deportation aller in der Heilanstalt lebenden Juden gegeben, welche niemand überlebte.

Quellen:
J. Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen
DENK-ZEICHEN e.V., Esslingen

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