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Wohnhaus Familie Perlen

Biography of Hans Karl Perlen, Fanny Hammel gesch. Perlen and Alfred Perlen

Heutige Adresse: Webergasse 15

Wohnhaus der Familie Perlen

Hans Karl Perlen
Er wurde am 5.4.1891 in Stuttgart geboren. Er war Kaufmann von Beruf und heiratete am 14.2.1922 in Stuttgart Fanny geb. Hammel.
1937 wurde die Ehe wieder geschieden.
Schon vor seiner Scheidung war Perlen eine neue Beziehung eingegangen. Doch das neue Glück wurde jäh zerstört. Seine Partnerin war nach der nationalsozialistischen „Rassentheorie“ eine „Arierin“. Und nach den Nürnberger Gesetzen von 1935 waren Eheschließungen und außereheliche Beziehungen zwischen Juden und „Ariern“ als „Rassenschande“ unter Androhung von Zuchthausstrafen verboten. Hans Karl Perlen wurde wegen des „Verdachts der Rassenschande“ 1938 zu 15 Monaten Zuchthaus in Ludwigsburg verurteilt. Danach arbeitete er bis 1941 durch jüdische Vermittlung auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Neuendorf bei Frankfurt/Oder.
1941 kam er von dort in ein Arbeitslager in Fürstenwalde.
Später wurde er in das Warschauer Außenkommando des KZ Auschwitz deportiert und dort Anfang 1944 ermordet.

Fanny Hammel, geschiedene Perlen
Geb. am 22.8.1894 in Rheinau-Neufreistett (Baden) lebte sie später in Stuttgart bzw. Esslingen als Reisende im Hausiererhandel vor allem mit Seife.
1922 heiratete sie Hans Karl Perlen. 1925 wurde der gemeinsame Sohn Alfred geboren.
Im Oktober 1932 ist sie aus der Jüdischen Gemeinde zur Neuapostolischen Kirche übergetreten. Die Ehe wurde 1937 geschieden.
Nach ihrer Scheidung von Hans Karl Perlen zog sie wieder nach Esslingen und im Oktober 1940 zurück nach Stuttgart.
Von dort wurde sie im Dez.1941 vom Stuttgarter Nordbahnhof aus mit der ersten großen Deportation nach Riga verschleppt und dort vermutlich bald ermordet.

Alfred Perlen
Alfred Perlen wurde am 13. Juli 1925 in Stuttgart als Sohn von Fanny und Hans Karl Perlen geboren. Bis zum Jahr 1937 besuchte er die Schule in der Wilhelmspflege Esslingen im heutigen Theodor-Rothschild-Haus.
Sein Vater verhalf ihm 1934 unter Einsatz seiner letzten finanziellen Mittel zur Flucht in die Schweiz, wo er zunächst als Maurer arbeitete und von 1940-44 in verschiedenen Arbeitslagern interniert war.
1944-47 erhielt er in einem Spezialkurs für Flüchtlinge in Locarno eine Fotografenausbildung, die ihm seinen Lebensunterhalt zunächst in der Schweiz ermöglichte.
Im April 1951 siedelte er in die USA über und lebte dort als Fotograf, ab 1962 unter anderem in New York.

Quellen:
J. Hahn: Jüdisches Leben in Esslingen
DENK-ZEICHEN e.V.
Gegen das Vergessen: Stolpersteine für Stuttgart: Dr. Karl-Peter Krauss, Elke Martin

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