Biography of Magdalena Rapp
Magdalena Rapp geb. Dusch (Jg. 1899) gehörte der Glaubensgemein-
schaft der Zeugen Jehovas an, die mit Beginn der NS-Herrschaft verbo-
ten wurde. Sie war durch ihren Glauben Opfer der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft geworden, daher wurde 2023 für sie ein Stolperstein
verlegt.
Aufgrund ihres Glaubens beteiligten sich Zeugen Jehovas nicht an Wah-
len oder Abstimmungen, lehnten die Mitgliedschaft in Parteiorganisa-
tionen der NSDAP ab, verweigerten den Hitlergruß, den Dienst in Par-
tei- und Staatsorganisationen und jegliche militärischen Arbeiten in der
Rüstungsindustrie.
Im Oktober 1936 nahmen Kehler Gestapo-Beamte Magdalena Rapp
fest. Ihren Ehemann und ihre beiden Töchter, damals 9 und 11 Jahren alt,
musste sie zurücklassen.
Ihr Vergehen: Sie hatte sich trotz des Verbots durch die Nationalsozialis-
ten weiterhin als Zeugin Jehovas engagiert und Druckschriften für ihre
Glaubensgemeinschaft verbreitet. Ein Sondergericht in Mannheim ver-
urteilte Magdalena Rapp daraufhin zu acht Monaten Gefängnis. Nach
mehreren Stationen in Frauenstrafanstalten in Bruchsal und Schwäbisch
Gmünd wurde sie ohne weiteren Prozess in das KZ Moringen bei Göt-
tingen gebracht. Erst nach mehr als einem Jahr, Ende November 1937,
konnte Magdalena Rapp nach Entlassung aus dem KZ zu ihrer Familie
zurückkehren.
1951 wurde sie als Verfolgte des Nationalsozialismus anerkannt. Anschlie-
ßend lebte sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1988 in ihrem Haus an der Niede-
reichstraße 3. Ihren religiösen Überzeugungen blieb sie bis zum Schluss
treu.
Das NS-Regime ließ von 1933 bis 1945 mehr als 8800 Zeugen Jehovas
verhaften, mehr als 1500 kamen in Gefängnissen und Konzentrationsla-
gern ums Leben. In Kehl verfolgte das Regime neben Magdalena Rapp
mindestens 14 weitere Mitglieder der Glaubensgemeinschaft. Mehrere
von ihnen wurden inhaftiert.
Der Stolperstein in Erinnerung an Magdalena Rapp wurde im Beisein
ihres Urenkels Raphael Reiniger verlegt.
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