Skip to content

Steinfeld, Familie

Biography of Evelyn Steinfeld, Peppi Steinfeld and 3 more

Familie Steinfeld – ehem. Reichstraße 14

Die Geschichte der Familie Steinfeld aus Leipzig steht exemplarisch für das tragische Schicksal vieler jüdischer Familien im Nationalsozialismus. Ihre Geschichte erzählt von Vertreibung, Flucht und Zwangsarbeit im Zuge der Shoa. Jonas Steinfeld, geboren am 5. März 1896 im polnischen Oświęcim, war ein jüdischer Kaufmann. In Leipzig lernte er seine Frau Peppi (Kummer), die am 10. Januar 1899 in der Messestadt geboren wurde, kennen. Sie heirateten und gründeten gemeinsam eine Familie. Ihre drei Kinder waren Ruth (geb. 14. Januar 1924), Heinz (geb. 21. Januar 1926) und Evelyn Steinfeld (geb. 30. Dezember 1929).
In Leipzig wohnte die Familie in der Reichstraße 14 bis sie im Oktober 1938 im Rahmen der so genannten „Polenaktion“ aus Leipzig ausgewiesen wurden. In der polnischen Stadt Sosnowice lebten sie anschließend einige Jahre gemeinsam. 1943 wurde dort ein jüdisches Ghetto errichtet. Im August ließ die SS das Ghetto räumen und verschleppte mehr als 35.000 Jüdinnen und Juden in das Vernichtungslager Auschwitz, wo die meisten unmittelbar ermordet wurden. Auch Jonas und Peppi sowie die jüngste Tochter Evelyn Steinfeld befanden sich vermutlich unter den Deportierten und wurden dort ermordet. Heinz Steinfeld hingegen wurde zur Zwangsarbeit in das Arbeitslager Blechhammer, einem Außenlager des KZ Ausschwitz, deportiert. Im Zuge der Räumung des Lagers wurde er auf einen Todesmarsch ins KZ Groß-Rosen und schließlich am 10. Februar 1945 nach Buchenwald geschickt. Dort verstarb er am 26. März 1945. Als Todesursache wurde eine Blutvergiftung in den Akten angegeben. Ruth Steinfeld überlebte als einziges Mitglied der Familie. Sie entkam der Abschiebung und versteckte sich bis 1940 bei einer Tante in Leipzig. Danach wurde sie zur Zwangsarbeit ins KZ Hannsdorf (Hanušovice), einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, deportiert. Noch bis in die 1960er Jahre suchte sie nach ihren verschollenen Angehörigen. Dazu stand sie in stetem Austausch mit der jüdischen Gemeinde in Leipzig über die sie einige Unterlagen erhielt, die die Deportation ihrer Familienangehörigen bestätigten. Leider finden sich keine weiteren Informationen über ihr Schicksal.

Patenschaft: Ein Projekt des Erich-Zeigner-Haus e.V.

Media

Photos

Free thanks to your help

This biography is free to read. If you like the Stolpersteine Guide, we would be glad of a small contribution.

Thanks to Martin Schreyer, Claudia Körner, Anett Humboldt, Peter Hein and 6 more.
Support

Stolpersteine nearby

All Stolpersteine in Leipzig

Sources & Imprint

AG Stolpersteine Leipzig

https://www.stolpersteine-leipzig.de
stolpersteine@archiv-buergerbewegung.de
Tel: 0341/3065175
Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.
Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Evangelisch-Lutherischer Kirchenbezirk Leipzig
Ephraim-Carlebach-Stiftung
Bürgerkomitee e.V.
Erich-Zeigner-Haus e.V.