Biography of Emilie Kahn, Ernst Loeb, Erna Loeb and Günter Loeb
Oberer Zwerchweg 24
Emilie Kahn, geb. Loeb *25.05.1879, deportiert 20.9.1942 aus Ingelheim.
Loeb, Ernst 23.06.1891, deportiert 20.9.1942 aus Ingelheim.
Erna Loeb, geb. Kahn *24.07.1905, deportiert 20.9.1942 aus Ingelheim.
Günter Loeb, *24.05.1927, deportiert 20.9.1942 aus Ingelheim.
Günters Vater Ernst Loeb kam aus Bayern, war im 1. Weltkrieg Soldat gewesen und hatte dann den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb geleitet.
Günters Mutter Erna Friederike Kahn war Ingelheimerin, besuchte hier zunächst die Volksschule und Realschule, später die Höhere Mädchenschule in Mainz. Sie arbeitete vor ihrer Heirat im „Nassauer Hof“ in Karlsruhe, einem jüdischen Hotel.
Seine Eltern haben 1924 geheiratet. Sie übernahmen den Betrieb der Großeltern mütterlicherseits und bauten Wein, Gemüse und Obst in Ingelheim an.
Am 24. Mai 1927 wurde Günter Loeb als einziges Kind seiner Eltern in Ober-Ingelheim geboren.
Er wohnte mit seinen Eltern Ernst und Erna und seiner Oma Emilie in der Bahnhofsstraße in Ingelheim.
Günter besuchte zunächst die Volksschule in Ingelheim,nach dem Schulverbot der Nazis dann die Jüdische Bezirksschule in Mainz und die Berufsfachschule der jüdischen Kultusvereinigung in Frankfurt.Dort begann er eine Ausbildung als Schlosser.
1937, als Günter 10 Jahre alt war wurde ihr Haus in der Bahnhofstraße von der Familie Weidenbach gekauft und Familie Loeb zog mit der Oma in den Oberen Zwerchweg 24 um.
Im gleichen Jahr beantragte Günters Vater eine Ausreisegenehmigung in die USA. Er hatte die Wartenummer 30 005 der Visumsantragsteller.
In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten Schlägertrupp Loebs Wohnung. Günter war zu der Zeit elf Jahre alt. Auch die Synagoge in Ingelheim, die Synagoge in Mainz und die Jüdische Bezirksschule im Nebengebäude
der Synagoge in Mainz, die Günter zu der Zeit besuchte, wurden in der Pogromnacht zerstört. Sein Schulleiter Eugen Mannheimer beging an diesem Tag Selbstmord.
Am 30. September 1942 wurden Günter, sein Vater, seine Mutter und seine Oma von Darmstadt aus in den Osten verschleppt, vermutlich nach Treblinka. Treblinka war ein Vernichtungslager der Nationalsozialisten, in dem die verschleppten Menschen grausam vergast wurden.
Am 20. September 1943 wurden diese vier Menschen für tot erklärt.
Die einzig Überlebende der Familie, Günters Tante, erinnerte nach dem Krieg auf einer Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof in Ingelheim an ihre Familie:
„Die Namen meiner Mutter Schwester und Schwager und ihres Sohnes (Günter) die ermordet wurden in der Blüte ihrer Jahre.“
Günter war zum Zeitpunkt des Mordes 15 Jahre alt, sein Vater 52, seine Mutter 38.
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