Biography of Samuel and Rosa Lampel
Tschaikowskistr. 23
Rosa und Samuel Lampel
Samuel Lampel wurde am 3.2.1884 in Berlin geboren. Nach dem Schulbesuch in Berlin, Hannover und Ahlem absolvierte er eine Ausbildung zum Lehrer, nach der er an der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem tätig war. Seine Frau Rosa, geb. Grünberg, kam am 10. Juni 1882 in Hannover zur Welt. 1914 siedelten sie nach Leipzig um. Fortan wirkte Samuel Lampel als Lehrer an der von Ephraim Carlebach gegründeten Höheren israelitischen Schule und als Kantor an der liberalen Großen Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße (dem "Tempel"). 1920 wurde er Hauptkantor, 1927 erfolgte die Ernennung zum Oberkantor. Sein musikalisches Schaffen dokumentiert die Publikation "Kol Sch'muel" (Die Stimme Samuels), 57 Kompositionen und Bearbeitungen liturgischer Gesänge für Kantor, gemischten Chor a cappella oder mit Orgel von 1928, die auch überregionale Beachtung erfuhr. Sie ist in wenigen Exemplaren erhalten geblieben. Lampel engagierte sich dafür, die Kultur der Synagogen auch der nichtjüdischen Bevölkerung nahezubringen. Er gestaltete Führungen und Vorträge im "Tempel", Sendungen mit und über Synagogenmusik für den Mitteldeutschen Rundfunk und kulturelle Veranstaltungen. Nach der Zerstörung der Synagoge im November 1938 und der Verhaftung bzw. Emigration der Leipziger Rabbiner wirkte Lampel als Kantor und Rabbiner an der in einem Wohnhaus errichteten orthodoxen Talmud-Thora-Synagoge in der Keilstraße, die nun für liberale und orthodoxe Gottesdienste genutzt wurde. Nach einem Gesetz von 1939 wurden Samuel und Rosa Lampel zur Einquartierung im "Judenhaus" in der Leibnizstr. 30 gezwungen. Am 13. Juli 1942 wurde das Ehepaar mit etwa 170 weiteren Leipziger Juden in den Osten deportiert. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt.
Der Sohn Werner Lampel, geboren am 20.2.1919, emigrierte im März 1939 nach London und diente im Militär. Er änderte seinen Namen in Herbert Walter Langford, heiratete und trat der anglikanischen Kirche bei. Er besuchte die Universität und wurde schließlich Pfarrer (seit 1971 in Winthorpe). Er starb am 26. Juli 1992.
Patenschaft: Leipziger Synagogalchor
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