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Richard Neubauer

Biografie von Richard Neubauer

Richard Neubauer: Das Ende einer Druckerei-Familie

Am Beispiel des Ludwigshafeners Druckereibesitzers wird deutlich, wie die Nazis nicht nur über den materiellen Besitz der Juden verfügten, sondern auch über deren geistiges Gut. So wurde das Elternhaus Neubauers in der Schießhausstraße zwangsenteignet, die Druckerei Neubauer musste ab 1933 den Verlag ihrer Zeitungen aufgeben.

Richard Neubauer wurde am 27.5.1900 als Jude in Böhmen geboren. Er kam mit 18 Jahren nach Deutschland, um dort zusammen mit seinem Bruder Friedrich in der Druckerei seines Onkels zu arbeiten. Als dieser starb, wurden die beiden Brüder Eigentümer der "Druckerei Neubauer". Sie verlegten neben Büchern auch mehrere Wirtschafts- und Kulturzeitungen, darunter den "Stadt-Anzeiger".

Die Druckerei florierte und hatte seit den 1920er Jahren rund 80 Mitarbeiter.
Enteignung war in der NS-Diktatur schon ab 1933 gesetzlich möglich. Voraussetzung dafür war die Aberkennung der Staatsbürgerschaft. Richard Neubauer wurde eines der ersten Opfer dieser neuen Gesetze: Die Nazis entzogen ihm die deutsche Staatsbürgerschaft und zwangen ihn auf dieser Grundlage, den Verlag des Stadt-Anzeigers an die nationalsozialistische Stadtverwaltung abzugeben.

Schließlich blieb der Druckerei nur nach der Druck der Jüdischen Zeitung für die Region. Am 17. April 1937 gab es ein letztes Betriebsfoto. Kurz darauf verkaufte Richard Neubauer die Druckerei und emigrierte noch im selben Jahr in die USA. 1920 heiratete er die aus Frankfurt geflohene Gertrud, mit der er eine Tochter hatte. Richard Neubauer starb 1968 in den USA.

Der Stolperstein für Richard Neubauer wurde von einem Ludwigshafener Bürger gestiftet, der in dem Haus der Familie Neubauer in der Schießhausstraße aufgewachsen war. Er wollte mehr über die Vorbesitzer erfahren, hat sich auf Spurensuche begeben und sich für die Verlegung des Steins eingesetzt.

Nach Recherchen der Stolperstein Initiative Ludwigshafen

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