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Familie Goldberger

Biografie von Moritz Goldberger *1878, Auguste Goldberger *1889, Siegfried Goldberger *1914 und Ludwig Goldberger *1919

Mainzer Str. 22

Die Goldbergers waren eine Familie mit eher geringerem Einkommen. Sie wohnten daher immer als Mieter an verschiedenen Stellen in der Mainzer Straße. Zuerst wohnten sie im Hinterhaus der Mainzer Straße 18, wie es das Adressbuch von 1926 belegt. Danach lebten die Goldbergers laut Adressbuch von 1931 in der Mainzer Straße 29, dem sogenannten Scharfrichterhaus. Die Deportation über Darmstadt fand aus dem Haus Nr. 22 in der Mainzer Straße statt.

Moritz Goldberger war Mitglied des israelitischen Friedhofsverbandes. Sein Name taucht in „Denkzeichen Güterbahnhof“ auf, weil er aus Darmstadt deportiert wurde. 1940 wurde er ins KZ Sachsenhausen verschleppt und am 22.08.1940 ermordet.

Seine Ehefrau Auguste Goldberger, geborene Rohrheimer, wurde ebenfalls 1940 aus Darmstadt deportiert, allerdings in das Frauen-KZ Ravensbrück. Sie wurde möglicherweise mit der Verlegung in das Vernichtungslager Bernburg a.d. Saale, am 07.03.1942 ermordet.

Siegfried Goldberger, dem älteren Sohn von Moritz und Auguste, genannt Sigi, gelang im Oktober 1937 die Flucht in die USA. Er überlebte den Holocaust und starb am 20.07.1993 im Alter von 78 Jahren.

Seinem Bruder Ludwig Goldberger gelang ebenfalls die Flucht. 1938 war er zusammen mit anderen jüdischen Bürgern Groß-Geraus unter entwürdigenden Umständen deportiert worden. Nach einem KZ-Aufenthalt in Buchenwald konnte er über Süd-Osteuropa und Italien fliehen und tat dann Dienst in der englischen Armee als Dolmetscher. Er war der einzige Jude, der nach 1945 nach Groß-Gerau zurückkehrte. Er war verheiratet mit Anna Goldberger. Bis zu seinem Tod am 2.01.1996 in Groß-Gerau haben er und seine Frau den jüdischen Friedhof in der Theodor-Heuß-Straße gepflegt, wo er auch begraben wurde.

Stolpersteinverlegung am 30.5.2015

Mehr Informationen auf www.erinnerung.org

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Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau. Eine lokale Spurensuche"

Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen über die 700 Jahre lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Groß-Gerau. Dort werden auch alle bis heute festgestellten Wohn- und Geschäftshäuser mit ihren damaligen Bewohnern vorgestellt, für die bisher noch keine Stolpersteine verlegt wurden.

www.erinnerung.org
Hans-Georg Vorndran, Büttelborn
info@erinnerung.org

In Kooperation mit dem Evangelischen Dekanat Groß-Gerau und dem Förderverein für jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V. Die Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau" ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen (LAG).