Zum Inhalt springen

Familie Hugo Hirsch

Biografie von Hugo Hirsch *1877, Thekla Hirsch, geb Selig *1883 und 3 weitere

Frankfurter Straße 36

Die beiden Cousins Hugo und Heinrich Hirsch führten in der Frankfurter Straße am Mühlbach die Essig-und Likör-Fabrik in der dritten Generation. Gegründet hatte sie ihr Großvater 1867 in Wallerstädten. Produktpalette und das Ansehen der Brennerei wurde von beiden zu einem Unternehmen mit überregionaler Bedeutung ausgebaut. Das Geschäft und die Werbung liefen auch in der Weltwirtschaftskrise gut.

Hugo, der jüngere der beiden (Jg. 1877) wohnte in der Frankfurter Straße 36 neben der Destillerie und dem Lager westlich von der Synagoge, Heinrich der ältere, in der August-Bebel-Straße 7 östlich davon. Ihre beiden Ehefrauen, Thekla Selig aus Bischofsheim und Lina aus Freudenheim bei Mannheim, waren gleichberechtigte Eigentümerinnen der Firma.

Hugo und Thekla (Jg. 1883) lebten mit ihren drei Töchtern Anna, Victoria und Emilie, bis dahin in „guten Verhältnissen“. Aus sogenannten „rassischen Gründen“ mussten sie 1939 fliehen - über Wiesbaden nach Rio de Janeiro. Unter Wert erfolgte 1936 der Verkauf der Fabrik, bestehend aus Brennerei, Likörfabrik, Essigfabrik, Küferei, Büros und 400 000 Liter Transport- und Lagerfässer sowie ein Lkw und Pkw.

Wie tief der Fall der Familie war, macht die eidesstattliche Erklärung Theklas in ihrem Wiedergutmachungsanspruch 1957 von New York aus deutlich: „Ich Thekla Hannchen Hirsch, geborene Selig, erkläre hiermit, dass weder ich noch mein verstorbener Ehemann während unseres gesamten Aufenthaltes in Brasilien vom Tage unsrer Ankunft im August 1939 bis zu seinem Tode am 18. 7. 1945 nicht die geringste Summe verdiente. Wir sind von einem meiner Brüder, Herrn Wilhelm Selig, der bereits seit 1925 in Rio de Janeiro ansässig war, ernährt und unterhalten worden.“

Stolpersteinverlegung am 8.7.2015

Mehr Informationen auf www.erinnerung.org

Medien

Fotos

Kostenlos dank Ihrer Hilfe

Diese Biografie ist frei zugänglich. Wenn Ihnen der Stolpersteine Guide gefällt, freuen wir uns über einen kleinen Beitrag.

Unterstützen

Stolpersteine in der Nähe

Alle Stolpersteine in Groß-Gerau

Quellen & Impressum

Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau. Eine lokale Spurensuche"

Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen über die 700 Jahre lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Groß-Gerau. Dort werden auch alle bis heute festgestellten Wohn- und Geschäftshäuser mit ihren damaligen Bewohnern vorgestellt, für die bisher noch keine Stolpersteine verlegt wurden.

www.erinnerung.org
Hans-Georg Vorndran, Büttelborn
info@erinnerung.org

In Kooperation mit dem Evangelischen Dekanat Groß-Gerau und dem Förderverein für jüdische Geschichte und Kultur im Kreis Groß-Gerau e.V. Die Erinnerungsinitiative "Juden in Groß-Gerau" ist Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen (LAG).