Biografie von Ida Stern, geb. Hertz und Erna Stern, geb. Meyberg
Die Witwe des Pferdehändlers Israel Stern war Inhaberin der Pferdehandlung und des Garagenbetriebes "Israel Stern" in der Seminarstraße 30/31. Ihre Tochter Frieda Stern heiratete 1920 nach Warburg, ihr Sohn Arnold meldete sich nach Westheim ab, da er "auswärts verheiratet" war. Die anderen beiden Söhne Rudolf und Leo Stern waren Inhaber eines Bauernhofes bei Westercappeln, auf dem jüdische Jugendliche eine landwirtschaftliche Vorbereitung für die Auswanderung nach Palästina absolvierten. In der Pogrom-Nacht 1938 wurde Rudolf Stern nach Buchenwald deportiert. Das Haus in der Seminarstraße 30/31 diente als "Judenhaus". Rudolf Stern wurde nach seiner Rückkehr nach Osnabrück im Dezember 1941 nach Riga deportiert. Dort heiratete er Erna Stern, die Witwe seines Bruders Leo. Er wurde von Riga nach Libau, dann im November 1944 "in die Gegend von Kiel" deportiert und im Mai 1945 befreit. Ida Stern kam 1941 in das "Judenhaus" an der Kommenderiestraße 11. Am 31. Juli 1942 wurde sie über Münster und Bielefeld zunächst in das KZ Theresienstadt und am 23. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie am 23. November desselben Jahres ermordet wurde.
Erna Stern, geb. Meyberg heiratete 1935 den Kaufmann Leo Stern, der nur drei Jahre später starb. Sie lebte anschließend bei der Familie ihres verstorbenen Mannes in der Seminarstraße 31. Im Dezember 1941 wurde sie nach Riga deportiert. Dort heiratete sie den Bruder ihres verstorbenen Mannes, Rudolf Stern. Dieser wurde von Riga nach Libau und im November 1944 "in die Gegend von Kiel" deportiert, wo er im Mai 1945 befreit wurde. Erna Stern wurde 1944 in das Konzentrationslager Stutthof bei Danzig "verlegt". Nach Kriegsende wurde sie "für tot erklärt".
Quellen: Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³.
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