Biografie von Mina, Ilse und Samuel Hirsch
Wagnerstraße 105 (Verlegung am 29.10.2016)
Samuel Hirsch wurde 1890 in Bad Mergentheim geboren. Er heiratete 1926 die im Jahr 1904 geborene Ilse Vöhl aus Gedern in Hessen. Zusammen zogen sie nach Ulm in die Moltkestraße. 1927 wurde dort ihre Tochter Mina geboren. Samuel Hirsch war als leitender Angestellter bei der Firma Nathan Strauss Hüttenwerk tätig.
Von 1929 bis 1940 wohnte er mit Frau und Tochter in der Wagnerstraße 105. Im Jahr 1940 mussten sie die Wohnung verlassen und bekamen in dem „Judenhaus“ Neutorstraße 1 einen Raum zugewiesen. Später wohnten sie in der Neutorstraße 15.
Wegen seiner Arbeit in dem kriegswichtigen, inzwischen arisierten Hüttenwerk wurde Samuel Hirsch von den Behörden nach Deportation der anderen Juden in Ulm zurück gehalten. Aber am 1.3.1943 wurde im Rahmen der „Fabrikaktion“ auch die Familie Hirsch nach Auschwitz deportiert. Kurz davor schrieb Mina Hirsch an ihre in die USA geflüchtete Freundin Hannie Baer: "Und erinnere dich immer an mich, wenn wir uns nicht mehr sehen sollten." In Auschwitz wurden sie vermutlich unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet.
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