Biografie von Julius Simsohn
Julius Simsohn war Jude.
Er ist geboren in Memel. Seit 1923 war er verheiratet. Seine Frau Margarethe (*1897 in Crossen a.d.Oder geb. Drobbe) war keine Jüdin. Die Nationalsozialisten nannten das eine Mischehe. Julius Simsohn war Frontsoldat im 1. Weltkrieg und wurde verwundet.
1927 zog die Familie von Berlin nach Gera. Sohn Werner war zu dem Zeitpunkt 3 Jahre alt.
Julius wurde Geraer Filialleiter eines Berliner Konfektionshauses. Nachdem die Firma Konkurs gegangen war, machte sich Julius als Kaufmann selbständig. Er verkaufte Textilien, Wäsche und Kurzwaren auf Ratenzahlung.
Im Novemberpogrom 1938 wurde Julius Simsohn verhaftet und nach Buchenwald gebracht. Er wurde entlassen. Dann war er als Bauhilfsarbeiter wieder in Gera. Im April 1944 erneut in Buchenwald, wurde er im Juni 1944 nach Auschwitz deportiert. Zu Tode erschöpft von der Evakuierung nach Westen starb er am 7. Februar 1945 im KZ Mauthausen.
Sohn Werner überlebte das Kriegsende. Diesem Werner Simsohn (*1924 +2001) ist es zu verdanken, dass das jüdische Leben von Gera wieder entdeckt wurde. Das war noch zu Lebzeiten zahlreicher unmittelbar vor dem Holocaust Geflüchteter. Er befragte sie und sammelte Dokumente und Fotos. Erst ab 1997 kann man jüdische Familiengeschichten wieder lesen. (Juden in Gera Band I-III). Für diese Leistung wurde er 1998 zum Geraer Ehrenbürger ernannt. Verlege-Ort ist vor der Wohnung Nestmannstr.1 am 7.10.2008. Hier wohnte Familie Simsohn seit 1934. (2019, MW)
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