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Simon Meyer

Biografie von Simon Meyer

wurde am 26.10.1872 mit körperlichen und geistigen Einschränkungen geboren. Ungeachtet seines jüdischen Glaubens passten derartige „Defizite“ nicht in das Bild des makellosen Herrenmenschen, das die Nationalsozialisten propagierten. Aus Sicht der Nazis mussten solche Menschen daran gehindert werden ihr Erbgut weiterzugeben. So wurde mit dem „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 und der damit einhergehenden Einrichtung von Erbgesundheitsgerichten und Gesundheitsämtern zum 1. April 1935 schon früh die rechtliche und logistische Voraussetzung geschaffen, um mit Zwangssterilisationen die sogenannten rassenhygienischen Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Man suchte und fand Krankenhäuser, die bereitwillig an den Zwangssterilisationen mitwirkten. Das Forschungsprojekt „Nationalsozialistische Rassenhygiene im Raum Trier“ nennt in der Region die Kreis-Krankenhäuser in Saarburg und Wittlich, das Städtische Krankenhaus Baumholder und das Evangelische Elisabeth-Krankenhaus in Trier, die an den fragwürdigen Aktionen beteiligt waren. Nun setzte eine Welle von Anzeigen aus der Bevölkerung an die neuen Gesundheitsämter ein, die ihrerseits, nach entsprechender Inaugenscheinnahme, in Frage kommende Personen an die Erbgesundheitsgerichte weiter meldeten. Zwischen 350.000 und 400.000 Menschen waren offenbar von den dann folgenden Eingriffen betroffen. Darunter auch Simon Meyer, der sich laut Beschluss des Erbgesundheitsgerichtes Trier vom 1. Juli 1936 (Akt.Z. XIII 358/36) im Elisabethkrankenhaus Trier zur Sterilisation einfinden musste. Der damals 64jährige kam bei dieser Operation zu Tode, am 1. Dezember 1936, wie es fein säuberlich in seiner Erbgesundheitsgerichtsakte protokolliert ist.

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Quellen & Impressum

Hermann Mosel für Arbeitskreis "Stolpersteine" Rhaunen

Datenerfassung: Stephanie Mosel, Hermeskeil

Hermann Mosel für Arbeitskreis "Stolpersteine" Rhaunen
Gernot Fritz, Rhaunen
Hermann Mosel, Stipshausen (Texte)