Biografie von Sofie Bermann
Sofie Bermann wurde als Sophia Weil am 26. Oktober 1863 in Nonnenweier geboren. Ihre Eltern waren der jüdische Gastwirt Aron Löw-Weil und seine Frau Zierle. Mit 28 Jahren heiratet Sofie Weil 1891 den jüdischen Kaufmann Oskar Bermann aus Neustadt/Weinstraße, Hochzeit wurde in Nonnenweier gefeiert. Sie zogen 1921, 30 Jahre nach der Hochzeit, nach Lahr und kauften sich 1922 ein Haus in der Obertorstraße. Fünf Jahre später starb Oskar Bermann – danach wohnte Sofie allein in dem Haus. Das Paar hat keine Kinder.
Sofie Bermann musste während des Nazi-Regimes ihr geliebtes Haus 1940 verlassen und zog in die Schützenstraße, von wo sie am 22. Oktober 1940 mit insgesamt 21 Lahrer Mitbürgern jüdischen Glaubens von den Nazis in das Internierungslager Gurs am Nordrand der Pyrenäen deportiert wurde. Kurz vor ihrer Deportation ging Sofie nochmals in ihr ehemaliges Haus und verabschiedete sich von den neuen Besitzern. Ihre Möbel wurden im Lahrer Zollamt deponiert und danach bei öffentlichen Versteigerungen verkauft. Der Gewinn floss in die Nazi-Kassen.
In einem von neun Zügen mit 6500 deportierten Juden aus Baden und der Saarpfalz kam Sofie drei Tage später in Gurs an, einen Tag vor ihrem 77. Geburtstag. Im "Vorhof der Hölle", wie Gurs von den Gefangenen beschrieben wurde, herrschten Kälte, Feuchtigkeit, Ungeziefer, Schlamm, Krankheiten und Hunger. Trotz ihres hohen Alters überlebte Sofie Bermann zwei Jahre Gurs und anschließend nochmals zwei Jahre die Nebenlager Récébédou, Nexon und Masseube, das im August 1944 befreit wurde, nachdem die deutschen Besatzer abgezogen waren. Sofie musste erst zu Kräften kommen. Es ist belegt dass sie 1952 noch lebt. Zwei Neffen in en USA versuchten, Sie zu sich zu holen, ob dies gelang ist nicht bekannt.
Am 10. März 1945, inzwischen 81 Jahre alt, wurde sie von Verwandten abgeholt und in ein Altersheim nach Lengnau in der Schweiz gebracht, wo sie starb. Das Todesdatum ist unbekannt.
Quelle: Doris Gerteis, Lahr, 04.01.2020
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Quellen & Impressum
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025