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Adolf Gerst

Biografie von Adolf Gerst

Adolf Gerst
10. März 1895 Stuttgart – 22. Juni 1944 Stuttgart

Verurteilt wegen „Meckerei“

Adolf Gerst wohnte mit seiner Familie wohnte in Gablenberg, in der Pflasteräckerstr. 32.

Der Buchbinder, der am 1. Weltkrieg mit Auszeichnung teilgenommen hatte, war zuletzt in der Registratur bei der Barmer Ersatzkasse angestellt. Seine Leistungen werden als einwandfrei beschrieben.

1943 wurde er wegen seiner ständigen „Meckerei“ über den NS-Staat von einer Kollegin angezeigt und verhaftet.

Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 9. Mai 1944 nach §5 Abs. 1 der Kriegssonder-strafrechtsverordnung zum Tode.

„Meckerei“ galt selbst bei Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs, nicht als Wehrkraftzersetzung, d.h. ein milderes Urteil wäre auch nach Maßstäben der Nazi-Justiz möglich gewesen.

Die Richter verbanden im Prozess „Meckerei“ mit „Miesmacherei“ und argumentierten, dass Gersts Äußerungen öffentlich weitergetragen werden könnten.
So war ihnen ein Urteil wegen Wehrkraftzersetzung möglich.

Am 22. Juni 1944 wurde Adolf Gerst in Stuttgart enthauptet.

Sein Name steht seit kurzem auf einer Erinnerungsstele am Landgericht, die an die dort während der NS-Zeit ermordeten Menschen erinnert.

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