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Ludwig Greilsheimer, Bärengasse 1, Friesenheim

Biografie von Ludwig Greilsheimer

Der Handelsmann und Viehhändler Ludwig Greilsheimer wurde am 31.10.1896 geboren und hatte sechs Geschwister von denen er der Jüngste war.

Ludwig Greilsheimer zog nach seiner Hochzeit am 14.06.1934 mit Flora Mannheimer in die Bärengasse 1 zur Miete.
Am 29.03.1935 erhielt das junge Ehepaar Familienzuwachs, die Tochter Lieselotte erblickte das Licht der Welt.
Liselotte hatte schönes, langes, pechschwarzes Haar wie ihre Mutter und war das einzige jüdische Kind das in einen christlichen Kindergarten ging. Ab 1938 durfte jedoch kein anderes Kind mehr mit Liselotte spielen, es erfolgte Besuchsverbot für den Kindergarten.

Ludwig Greilshaber verdiente, nachdem ein Handeln nicht mehr möglich war, als Bauarbeiter seinen Lebensunterhalt. Anlässlich der "Kristallnacht" im Jahre 1938 wurde er wie die übrigen Friesenheimer jüdischen Männer durch die Lahrer-SS von der Arbeit abgeholt und für einige Wochen in sogenannte Schutzhaft in das Konzentrationslager Dachau eingesperrt.
Nach seiner Entlassung aus dem KZ am 22.12.1938 konnte er den Friesenheimern über die Konzentrationslager des NS-Regimes Bericht erstatten.

Am 22.10.1940 wurden Ludwig Greilsheimer, seine Ehefrau Flora und die Tochter Liselotte in das Gefangenenlager nach Gurs deportiert.
Da das Lager nach Geschlechtern aufgeteilt war, wurde Ludwig von seiner schwangeren Ehefrau Flora und der sechsjährigen Liselotte getrennt.
In Gurs gebar Flora Greilsheimer dann am 05.04.1941 die zweite Tochter Germaine Greilsheimer.
Beide Kinder wurden von Angehörigen einer französischen Widerstandsgruppe aus dem Lager geschmuggelt und bis zur Vertreibung der deutschen Truppen in Kinderheimen und bei Nonnen versteckt.
Wie durch ein Wunder überlebte Flora Greilsheimer das Lager. Sie wanderte mit den beiden Töchtern Liselotte und Germaine 1947 in die USA aus.
Der Vater Ludwig war am 4. März 1943 nach Lublin-Madjanek deportiert worden und gilt ab dort als verschollen.
Die Todeserklärung erfolgte zum 8.5.1945.

Übernommen und redigiert von bertram bliss aus:
Ekkehard Klem, Geschichte der Juden in Friesenheim, Erinnerungsplätze und Spuren, Verlag Medien und Dialog Klaus Schubert ISBN 3-933231-91-4

(Darin:
Fundstellen:
- 0SB Friesenheim 5222
- Badische Zeitung vom 06.05.1995
Text:
- Annabell Öschger)

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Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim

Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.

Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.

Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.

Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.

Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.

Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.

Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.

Lahr, den 27.01.2025