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Familie Braun und Ehepaar Haim

Biografie

Der Kaufmann Gustav Braun kam 1922 mit seiner Familie aus dem polnischen Znin, das bis 1919 zur preußischen Provinz Posen gehört hatte, nach Linz und erwarb von dem ebenfalls jüdischen Kaufmann Moritz Jonas dessen Wohn- und Geschäftshaus in der Mittelstraße, wo er Manufakturen und Spielwaren anbot. Gustav Braun hatte als Soldat im Ersten Weltkrieg gedient, war schwer verwundet und mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse ausgezeichnet worden und kehrte erst 1919 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück. Gustav Braun starb am 30. April 1933 unter unbekannten Umständen im Alter von nur 52 Jahren, wenige Wochen nach dem organisierten Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933.

Die Familie zerstreute sich nach dem Tod des Vaters: Tochter Ada zog 1933 nach Berlin, von wo aus ihr 1938 die Flucht nach Belgien gelang. Nach dem Krieg emigrierte sie in die USA. Ihre Schwester Bella flüchtete ebenfalls 1933 nach Holland, wo sie jedoch nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen im Durchgangslager Westerbork interniert und 1942 nach Auschwitz deportiert wurde. Dort wurde Bella Braun am 30. September 1942 ermordet.

Ihr Bruder Georg Braun hingegen konnte 1935 noch über Amsterdam in die Vereinigten Staaten ausreisen. Seine in Linz verbliebene Mutter Ernestine zog 1938 mit ihrer Tochter Hanna nach Köln, von wo aus beide Frauen 1941 in das Konzentrationslager Riga deportiert wurden. Ernestine Braun wurde dort ermordet, Hanna Braun überlebte, wurde 1945 von sowjetischen Truppen im KZ-Außenlager Stutthof befreit und zog später zu ihren Geschwistern nach New York.

1941 von Köln aus nach Riga deportiert und ermordet wurde ebenfalls ein weiterer Bruder, Alfred Braun, der noch bis 1939 in Linz gelebt hatte. Ebenfalls 1939 gelang der Schwester von Ernestine Braun, Frieda Haim, im Jahr zuvor Opfer des Novemberpogroms, die Ausreise in die USA. Ihr Sohn Arthur hatte Linz bereits 1933 verlassen. Sein Schicksal ist bislang ungeklärt, möglicherweise konnte auch er in die Vereinigten Staaten emigrieren.

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Andrea Rönz M.A. (Leitung)

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Quellen: Anton u. Anita Rings, Die ehemalige jüdische Gemeinde in Linz am Rhein. Erinnerung und Gedenken, 2. Aufl., Linz am Rhein 1992.

Arolsen Archives, Internationales Zentrum über NS-Opfer

Bundesarchiv, Gedenkbuch für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945

Landeshauptarchiv Koblenz, Gestapo-Karteien

Verbandsgemeinde Linz am Rhein, Einwohnermeldeamt