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Wolff, Dina

Biografie von Dina Wolff

Dina Wolff, geb. Frocht – Arndtstr. 28

Dina Wolff wurde am 27.10.1885 in Wengrowo (Russ.-Polen) geboren. Sie war mit Isidor Wolff verheiratet und hatte vier Söhne.
Im Jahr 1904 kamen die Eheleute von Berlin nach Leipzig. Hier wurde im Jahr darauf auch ihr Sohn Bernhard geboren. Vermutlich reiste Dina Wolff immer der Arbeit hinterher. So finden sich Stationen in Breslau, Danzig und Reichenberg in Böhmen. Während ihr Mann seit 1912 einen Zigarettenhandel betrieb, arbeitete Dina zur Zeit des I. Weltkrieges als Kellnerin in der Nähe von Bremen und in Hamburg. Im Sommer 1918 kam sie zurück nach Leipzig und wohnte in der Arndtstr. 28. Diese prekären Lebensverhältnisse waren scheinbar nicht gut für Ehe. Isidor Wolff verließ 1920 Leipzig und die Familie. Die Ehe wurde 1925 geschieden. Dina führte den Zigarettenhandel weiter. Ihr Geschäft befand sich ab 1927 in der Brandvorwerkstr. 52. Das Geschäft erweiterte sie zu einem Schreibwarenladen.
Unterdessen heiratete 1928 ihr Sohn Bernhard die Nichtjüdin Theodora Wieck und zog zu ihr nach Hamburg. Er besuchte mit seiner Tochter Edith (1928-2016) noch oft seine Mutter in Leipzig. In Erinnerung blieb der Enkelin, dass es in dem Geschäft auch Süßigkeiten gab und ihre Großmutter versorgte sie großzügig. Mittlerweile lebte Dina Wolff in der Hofmeisterstr. 12. Vermutlich blieben nach 1933 die Kunden weg und sie betrieb eine Art „Wohnzimmerladen“ in der Innenstadt, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.
Nach 1939 musste auch Dina Wolff in eines der sog. „Judenhäuser“ ziehen. Sie kam in der Keilstr. 3 unter.
Dina Wolff wurde mit dem ersten Deportationzug aus Leipzig am 21.1.1942 in das Ghetto Riga gebracht. Dieser Tag war mit Temperaturen von -20 Grad eiskalt. Drei Tage vor dem Transport sind Listen verteilt worden mit den Namen der Deportierten. Am nächsten Tag ging die Gestapo durch die „Judenhäuser“ und holte die Menschen ab. Sie kamen in die 32. Volksschule (Yorkschule), eine Art Sammellager.
Der Transport ging dann am 21. Januar 1942 von dem Vorstadtbahnhof Leipzig-Engelsdorf mit 559 Personen ab. Die Menschen fuhren drei Tage in ausrangierten und unbeheizten Personenwagen. In Riga angekommen soll es noch einmal kälter gewesen sein (-30 Grad). Das Ghetto war hoffnungslos überfüllt. Viele Menschen wurden erschossen, „um Platz zu schaffen“. Am meisten betroffen waren Kinder und die Älteren, die nicht arbeiten konnten. Im März 1942 wurden tausende Menschen unter diesem Vorwand ermordet.
Die Spur von Dina Wolff (56 Jahre) verliert sich in Riga.

Patenschaft: Thomas Heidemann (Urenkel), Karl-Schubert-Schule

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