Biografie von Heinz Robert Brau
Heinz Robert Brau – Karl-Liebknecht-Str. 95
Heinz Robert Brau wurde am 8. Oktober 1914 in Leipzig geboren und wohnte gemeinsam mit seiner Mutter und weiteren fünf Geschwistern in der Adolf-Hitler- Straße 95, der heutigen Karl-Liebknecht-Straße. Er arbeitete als Gärtnergehilfe und Metallarbeiter. Von Oktober 1935 bis April 1936 war er als Soldat im Infanterie- Regiment 191 in Leisnig stationiert. Vom Militär wurde er wegen angeblichen „Schwachsinn“ und „Unbrauchbarkeit“ entlassen und auf Anordnung des Erbgesundheitsgerichts am 28. April 1936 zwangssterilisiert. Bereits 1937 wurde Heinz Robert Brau aufgrund von Bettelns und „unzüchtigen“ Annäherungsversuchen verurteilt und galt deshalb als vorbestraft.
Im Jahr 1938 hatte er ein sexuelles Verhältnis mit einem anderen Mann, der 20 Jahre alt war. Aufgrund dieser Beziehung wurde der damals 23 Jahre alte Heinz Robert Brau verhaftet und am 15. Januar 1939 wegen Paragraf 175a Absatz 3 („widernatürliche Unzucht mit einem Mann unter 21 Jahren“) zu sechs Monaten Gefängnis sowie der Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt verurteilt. Als Grund für das Urteil nannte das Gericht neben seiner Homosexualität auch seinen angeblichen „Schwachsinn“ sowie die angeblich „erblich belastete Familie“.
Nach seiner Haft im Jugendgefängnis Hoheneck wurde Heinz Robert Brau am 18. Juli 1939 in die Heil- und Pflegeanstalt Waldheim eingeliefert. Am 29. Februar 1940 wurde er von dort in die „Euthanasie“-Tötungsanstalt Brandenburg „verlegt“ und noch am selben Tag in der Gaskammer ermordet. In den Akten findet sich eine gefälschte Sterbeurkunde, in der eine andere Todesursache angegeben wird und auch das Todesdatum um einige Wochen verschoben wurde. Dieses gefälschte Schreiben diente den Nationalsozialisten zur Verschleierung der Morde.
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