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Paul Sinasohn

Biografie von Paul Sinasohn

Ort: 27721 Ritterhude, Dorfstrasse 62

Pate ist die Courage AG vom Gymnasium Ritterhude

Paul Si­nasohn, geb. 8.Mai 1912 in Bre­men, wuchs als Sohn von Leo­pold Si­nasohn in Plat­jen­wer­be auf. Er be­such­te die Volks­schu­le am Ort. Nach Be­en­di­gung der acht­jäh­ri­gen Schul­zeit ar­bei­te­te er als Schlos­ser­lehr­ling bei den Bre­mer Fran­ke-Wer­ken. Ab dem 1.5.1930 er­hielt er eine An­stel­lung als Schlos­ser bei den Sie­mens-Schu­ckert­wer­ken. Der Ver­such, sich im April 1933 als Be­rufs­sol­dat für 12 Jah­re zu ver­pflich­ten, wur­de aus ras­si­schen Grün­den ab­ge­lehnt, da sein Va­ter Leo­pold Si­nasohn Jude war. Aus dem­sel­ben Grund er­hiel­ten Paul Si­nasohn und sei­ne Ver­lob­te 1937 kei­ne Hei­rats­er­laub­nis. In der Reichs­po­grom­nacht am 9.11.1938 er­schos­sen SA-An­ge­hö­ri­ge sei­nen Va­ter Leo­pold Si­nasohn. Ei­nen Tag spä­ter ver­haf­te­te die Ge­sta­po Paul Si­nasohn. Paul Si­nasohn hät­te den SA-Füh­rer Kös­ter, der die Er­mor­dung sei­nes Va­ters or­ga­ni­siert hat­te, be­droht. Vom 10.11.1938 bis zum 1.9.1939 war Paul Si­nasohn in Bre­men in­haf­tiert und wur­de nach ei­ge­nen An­ga­ben von Bru­no Net­te miss­han­delt. Bru­no Net­te war als Kri­mi­nal­be­am­ter und als Ju­den­re­fe­rent der Bre­mer Ge­sta­po für die Ver­haf­tung und die De­por­ta­ti­on der jü­di­schen Be­völ­ke­rung aus Bre­men und dem Re­gie­rungs­be­zirk Sta­de maß­geb­lich ver­ant­wort­lich.

Nach der Haft­ent­las­sung ar­bei­te­te Paul Si­nasohn u.a. wie­der bei den Sie­mens-Schu­ckert­wer­ken. Im Rah­men der von Himm­ler an­ge­ord­ne­ten „Son­der­ak­ti­on J“ im Ok­to­ber 1944, die die Ver­haf­tung von jü­di­schen „Misch­lin­gen ers­ten Gra­des“ und „jü­disch Ver­sipp­ten“ vor­sah, wur­de Paul Si­nasohn am 9.10.1944 er­neut ver­haf­tet und kam ins Ar­beits­er­zie­hungs­la­ger Bre­men-Far­ge, von dort ins Ar­beits­er­zie­hungs­la­ger Len­ne im Kreis Holz­min­den. Am 28.4.1945 be­frei­ten eng­li­sche Sol­da­ten das La­ger und Paul Si­nasohn kehr­te nach Bre­men zu­rück.

Quel­le: STAB Bre­men, Paul Si­nasohn 4.54. E 4159

Rolf Rüb­sam, „Sie leb­ten un­ter uns“, Bre­men 1988

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