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Familie Ernst Ullendorf

Biography of Ernst, Emma and Hans-Heinrich Ullendorf

Der Handlungsreisende Ernst Ullendorf wurde am 18. Januar 1879 in Berlin geboren. Er war mit der am 23. Oktober 1874 in Hohenstein geborenen Emma Samaskewitz verheiratet. Das Ehepaar Ullendorf hatte zwei in Rotthausen geborene Kinder, die am 27. Dezember 1908 geborene Margarete, genannt "Marga" und den am 20. März 1910 geborenen Hans-Heinrich. Die Familie lebte zunächst an der Karl-Meyer-Straße 17 in Rotthausen, um 1930 an der Kampstraße 30 (ab 1937 wurde Kampstraße in Beskenstraße umbenannt) Ernst Ullendorf war in den Dreißiger Jahren zeitweilig Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen. Tochter Margarete Ullendorf war mit Julius Koppel, geboren am 29. Dezember 1905 in Essen, verheiratet. Familie Koppel war bereits zu einem frühen Zeitpunkt aus Deutschland geflohen und lebte mit ihren Kindern in Amsterdam an der Diezestraat 37 I.

Das Ehepaar Julius Koppel hatte zwei in Amsterdam geborene Kinder, den am 4. Oktober 1938 geborenen Alfred und die am 11. Juni 1940 geborene Doris Malchen. Mutter Margarete starb am 23. Dezember 1941 an den Folgen einer Darmoperation im Alter von 33 Jahren in Holland. Julius Koppel wurde 1942 in das Ghetto Warschau deportiert und nach dem Krieg zum 31. Dezember 1943 für tot erklärt. Die Kinder Alfred und Doris Malchen wurden am 10. September 1943 in den Gaskammern von Auschwitz ermordet.

Im März 1933 zog Familie Ullendorf in die Hindenburgstraße 33, die heutige Husemannstraße. Ernst Ullendorf betrieb in dieser Wohnung ein Abzahlungsgeschäft für Herrenartikel, Anzüge und Stoffe. In der so genannten "Kristallnacht" am 9. November 1938 wurde auch die Wohnung der Ullendorfs und das darin befindliche Warenlager von den Nazi-Schergen zerstört. Ernst und Emma Ullendorf flohen Mitte Dezember 1938 unter dem Eindruck der Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung in die Niederlande. In den Einwohnermeldeunterlagen ist die Abmeldung vermerkt: "20.12.1938 n. Amsterdam". Dort lebten sie im Haushalt von Tochter Margarete und Schwiegersohn Julius Koppel in Amsterdam.

Auch das Ehepaar Ullendorf geriet schon bald nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande in die Mordmaschinerie der Nazis. Sie wurden verhaftet, im Camp Westerbork interniert, am 17. März 1943 nach Sobibor deportiert und dort am 20. März 1943 in der Gaskammer ermordet. Einzig Sohn Hans-Heinrich überlebte, ihm gelang rechtzeitig die Flucht. Von einer Geschäftsreise nach Italien im Auftrag seines Arbeitgebers, der Firma Eisen Metall in Essen (vor der "Arisierung" Moses Stern AG) kehrte er nicht mehr nach Deutschland zurück. Über Holland und Frankreich floh Hans-Heinrich Ullendorf weiter nach "Britisch West-Indien" in die Karibik. In der Einwohnerkartei findet sich der Eintrag zur Abmeldung: "28.2.1939 n. West-Indien". Hans-Heinrich Ullendorf emigrierte später in die USA und lebte in New York.

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