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Familie Krämer

Biography of Selig Uscher, Perla, Max and Charlotte Krämer

Von-der-Recke-Strasse 10 ... Hier wohnte Familie Krämer

Selig Uscher Krämer, geboren am 2. November in Otynia/Galizien, kam 1930 aus Rotterdam nach Gelsenkirchen und Perla Krämer, geb. Kramer, geboren am 25. Dezember 1900 in Otynia/Galizien hatten zwei Kinder. Sohn Max (Majer) wurde am 3. März 1926 in Otynia/Galizien, Tochter Charlotte am 12. Januar 1933 in Gelsenkirchen geboren. Die Familie Krämer wohnte an der Von-Der-Recke-Strasse 10. Selig Uscher Krämer wurde im Rahmen der so genannten "Polenaktion" am 28. Oktober 1938 nach Bentschen (Zbazyn/Polen) "abgeschoben". Dort wurde er bis zum Sommer im Internierungslager Bentschen (Zbazyn) festgehalten. Währenddessen wurde seine Frau mit den beiden Kindern in das so genannte "Judenhaus" an der damaligen Hindenburgstrasse 38 (Heute Husemannstrasse) zwangseingewiesen.

Am 13. April 1939 kehrte Vater Krämer nach seiner Internierung in Polen nach Gelsenkirchen zurück. Nach den Einwohnermeldeunterlegen wohnte er ab dieser Zeit ebenfalls in der Hindenburgstrasse 38. Die NS-Verfolgungs-behörden ließen Selig Uscher nur deshalb zurückkehren, damit er an der so genannten "Arisierung" bzw. "Liquidierung" seines Geschäftes mitwirken konnte. Die ganze Familie Krämer wurde dann im Mai 1939 in den Unterlagen "nach Polen abgemeldet". Ab diesem Zeitpunkt verliert sich die Spur der Familie.

In einem Telefongespräch mit dem aus Gelsenkirchen stammenden Ed Silverberg (Früher Helmut "Hello" Silberberg, ein Jugendfreund der Anne Frank) erfuhren wir vom Verfolgungsschicksal des Max Krämer: "Max war genauso alt wie ich, 12 Jahre, als ich in zum letzten Male sah. Eines Morgens, kurz vor der "Kristallnacht", waren die Kinder polnischer Juden plötzlich verschwunden, ebenso wie ihre Eltern. Später erfuhr ich, dass die Nazis die jüdischen Menschen nach Polen (Zbaszyn) verschleppt haben. Ich habe meinen Freund Max nie mehr wiedergesehen. (...) Um so mehr danke ich Ihnen, dass Sie mit den Stolpersteinen die Erinnerung an Max und seine Familie bewahren."

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