Biography of Anita Dusbaba, Ferdinand August Dusbaba and 5 more
Ferdinand August und Anita Dusbaba wurden in Osnabrück geboren, Heidelinde in Auschwitz. Sie hatten noch drei weitere Geschwister. Ihre Eltern waren August Dusbaba und Anne Dusbaba, geb. Weiß. Ferdinand August und Anita lebten bis zur Deportation mit ihren Eltern in einem Haus am Kamp 48. Analog zum beschlossenen Vernichtungsprogramm der Juden wurde am 16. Dezember 1942 durch das Nazi-Regime die "planmäßige Ausrottung aller Zigeuner" veranlasst. Am 1. März 1943 wurde die Familie Dusbaba mit anderen Osnabrücker Sinti von Polizei und Gestapo verhaftet. Sie wurden ihres Eigentums enteignet und über Minden, Hannover und Braunschweig mit weiteren Sinti aus Norddeutschland nach Auschwitz deportiert. Die Eltern und die weiteren Geschwister haben die Vernichtungslager überlebt.
Anna Schmidt wurde nach Aussage ihres Mannes am 7. März 1906 in Spreewitz (Kr. Rosenthal) geboren (der Internationaler Suchdienst nennt als Geburtsort Neudorf und das Hauptbuch Auschwitz führt zusätzlich den Geburtstag 7. April 1907). Sie war mit Johann Weiß nach "Zigeunerart" verheiratet, eine standesamtliche Ehe war dem Paar in den 1930er Jahren zweimal aus "rassischen Gründen" verweigert worden. Frau Schmidt lebte bis zu ihrer Deportation mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern in einem Haus am Kamp 48. Ein Zimmer ihrer Wohnung war an die Familie Dusbaba untervermietet. Analog zum beschlossenen Vernichtungsprogramm der Juden wurde am 16. Dezember 1942 durch das Nazi-Regime die "planmäßige Ausrottung aller Zigeuner" veranlasst. Am 1. März 1943 wurde die Familie Schmidt/Weiß mit anderen Osnabrücker Sinti von Polizei und Gestapo verhaftet. Sie wurden ihres Eigentums enteignet und über Minden, Hannover und Braunschweig mit weiteren Sinti aus Norddeutschland nach Auschwitz deportiert. Anna Schmidt starb laut ihrem Mann im Sommer 1944 in Auschwitz an Fleckfieber (das Hauptbuch Auschwitz nennt den 24.7.1943). Die Tochter Violetta starb bereits einen Monat nach der Deportation. Die acht Jahre alten Zwillingsbrüder Berthold Ferdinand und Karl-Heinz Schmidt wurden von ihrem Vater vor seiner Verlegung nach Buchenwald zuletzt im September 1944 in Auschwitz gesehen. Unmittelbar nach Ende des Krieges schlug sich Johann Weiß bis zur polnischen Grenze durch, um nach seinen Söhnen zu suchen. Die verzweifelte Suche sollte jedoch erfolglos bleiben.
Quellen: Rechercheanfrage StA Oldenburg; Recherche Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 304 Akz 2003/036 Nr.29; Sterbebücher von Auschwitz; Sinti in Osnabrück - Bürger dieser Stadt. Begleitbroschüre zur Ausstellung am 21. Mai 1997 im Stadthaus; Panayi, Panikos: The persecution of german Romanies: the case of Osnabrück, 1933-46. In: Patterns of Prejudice (2003), Bd. 37, S. 377-399; div. Adressbücher.
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