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Familie Leffmann

Biography of Emil Leffmann, Erna Leffmann geb. Baruch and 5 more

Die Familie Leffmann lebte seit Ende der 1870er Jahre in Kleve. 1883 eröffnete Moritz Leffmann in dem von ihm neuerbauten Wohn- und Geschäftshaus an der Hagschen Straße (heute Nr. 9 – 11) ein Mode- und Manufakturwarengeschäft, das im Laufe der Zeit bis zur Kirchstraße erweitert wurde.
Später übernahm der Sohn Emil Leffmann die Geschäftsleitung. Mit seiner Familie wohnte er in dem Geschäftsgebäude. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau kurz nach dem Ersten Weltkrieg heiratete er Anfang der 1920er Jahre ein zweites Mal.
Emil Leffmann war ein deutscher Patriot, Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges und Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse.
Durch das Erstarken der Nationalsozialisten ließ er sich nicht einschüchtern. Schon seit Beginn der 1930er Jahre widersetzte er sich deren Schikanen und auch nach 1933 war er nicht bereit, die vom Staat angeordneten Übergriffe hinzunehmen. 1937 wurde er nach einem Vorfall im Finanzamt, bei dem er versucht hatte, sein Recht zu verteidigen, für mehrere Monate in Schutzhaft genommen.
Das Kaufhaus Leffmann war das letzte jüdische Geschäft in Kleve, bis im Novemberpogrom von 1938 Klever SS-Leute, die zuvor die Synagoge niedergebrannt hatten, ihre Wut auch an dem Geschäft ausließen. Alle Fensterscheiben und Reklametafeln wurden zerschlagen, die Einrichtung demoliert. Sogar die Zentralheizungsanlage wurde mit Äxten zertrümmert, so dass ausströmendes Wasser alles überschwemmte und die Waren, die man aus den Auslagen gerissen hatte, im Wasser lagen.
Auch die Familie mit der zweijährigen Hannelore wurde in dieser Nacht bedroht und misshandelt.
Danach hatte Leffmann keine Verfügung mehr über seinen Besitz. Die Reste des Warenlagers wurden für einen Bruchteil ihres Werts verkauft. Auf die Zwangsversteigerung des Hauses folgte die Zwangsräumung und am 26. Oktober 1941 die Deportation von Erna, Emil und Hannelore Leffmann mit dem ersten Transport aus dem Rheinland ins Ghetto Litzmannstadt/Łódź. Von dort wurden sie im September 1942 in das Vernichtungslager Chełmno gebracht und dort ermordet.
Den älteren Kindern von Emil Leffmann gelang die Flucht ins Ausland.
Den Zwillingen Erich und Hilde Leffmann wurde bald die Ausübung ihres Berufs als Jurist bzw. Ärztin verboten.
Nach Misshandlungen durch die SS flüchtete Hilde Leffmann 1934 zunächst in die Niederlande, von dort konnte sie 1937 in die USA einreisen.
Erich gelangte 1939 mit seinem sehbehinderten Bruder Kurt nach England, wurde aber 1940 interniert und nach Australien deportiert.
Die großen Aufregungen durch die Verfolgungsmaßnahmen verringerten das Sehvermögen von Kurt Leffmann weiter, bis er schließlich 1942 ganz erblindete. Aber er durfte in England bleiben.
Ernst Leffmann flüchtete im Dezember 1938 15jährig in die Niederlande. Im Frühjahr 1940 kam er in Kontakt zu einer jüdischen Organisation, die ihm die Einwanderung in Palästina ermöglichte, wo er in eine Gemeinschaftssiedlung für Jugendliche aufgenommen wurde. Er nahm den Namen Chanan Leshem an.

Emil Leffmann (Kleve 1883 – 1942 Chełmno Vernichtungslager)
Erna Leffmann geb. Baruch (Gladbeck 1895 – 1942 Chełmno Vernichtungslager)
Erich Leffmann (Kleve 1908 - 1987 Melbourne Australien)
Dr. Hilde Leffmann (Kleve 1908 – 1964 Rochester NY USA)
Kurt Leffmann (Kleve 1911 - 1982 Surrey, England)
Ernst Leffmann (Chanan Leshem) (Kleve 1923 – 1984 Israel)
Hannelore Leffmann (Kleve 1937 – 1942 Chełmno Vernichtungslager)

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Sources & Imprint

Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.

mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.

Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de