Biography of Regine Leffmann
Regine Leffmann war zusammen mit ihrem Ehemann Moritz Leffmann ca. 1880 nach Kleve ge-kommen. Sie hatten gemeinsam ein großes Wohn- und Geschäftsgebäude an der Hagschen Stra-ße (später 9-11) gebaut, das sie im Laufe der Jahre durch den Erwerb weiterer Grundstücke bis zur Kirchstraße ausdehnten. Im Emmerich errichteten sie 1901 ein weiteres Kaufhaus Am Fischer-ort 19.
Etwa 1907 übernahm Sohn Emil die Leitung des Geschäftes. Nach seiner Heirat wohnte er mit sei-ner Familie im Geschäftsgebäude, während seine Eltern eine Wohnung im gegenüberliegenden Haus (Hagsche Str. 8-10) bezogen.
Nach dem Tod von Moritz Leffmann im September 1917 war seine Witwe alleinige Eigentümerin des umfangreiche Grund- und Hausbesitzes. Bis zur Zerstörung des Kaufhauses in der Pogromnacht im November 1938 blieb sie im Kaufhaus tätig. Sie war die Seele des Geschäftes und gerade die alte Kundschaft legte Wert auf ihre Beratung.
Als im Zuge der Boykott-Maßnahmen die Umsätze des Kaufhauses zurückgingen, unterstützte sie ihren Sohn und seine Familie finanziell.
1937 erhielt Regine Leffmann die Aufforderung, für den Fall einer Flucht ins Ausland als Sicherheit für die Reichsfluchtsteuer 59.200 RM zu hinterlegen. Bei dem Versuch ihres Sohnes, sich gegen diese Sonderbehandlung der Juden zu wehren, kam es auf dem Finanzamt zu einer Auseinander-setzung, die Emil Leffmann für mehrere Monate in „Schutzhaft“ brachte.
Die Zerstörung ihres Geschäftes 1938 musste Regine Leffmann von der gegenüberliegenden Wohnung mitansehen. Ihr jüngstes Enkelkind, die knapp 1 ½ jährige Hannelore, wurde zu ihr in Si-cherheit gebracht.
Danach wurde das Gebäude zwangsversteigert und von der Städtischen Sparkasse zu einem Spottpreis übernommen. Das noch vorhandene Vermögen von Regine Leffmann kam auf ein Sperrkonto, von dem nur ein kleiner monatlicher Betrag für den unmittelbaren Lebensunterhalt frei-gegeben wurde.
Am 27.10.1941 wurden Emil Leffmann, seine Ehefrau Erna Leffmann und die Tochter Hannelore nach Litzmannstadt/Łódź deportiert. Vergebens hatte er versucht zu erreichen, dass seine Mutter mit ihm „ausgesiedelt“ würde.
So blieb Regine Leffmann alleine zurück.
Am 18. November 1941 musste sie ihre Wohnung in der Hagschen Str. 8-10 verlassen und in das „Judenhaus“ in der Klosterstraße ziehen. Bis zuletzt hatte sich ihre Haushälterin, die 24 Jahre in ihren Diensten gestanden hatte, um sie gekümmert.
Am 25. Juli 1942 wurde die 84-jährige Regine Leffmann über Düsseldorf nach Theresienstadt de-portiert. Dort starb sie am 18. September 1942.
Regine Leffmann geb. Kaufmann (Nierendorf Krs. Ahrweiler 1857 – 1942 Theresienstadt, Ghetto)
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Hans Levy20 m
Emil Leffmann20 m
Anna Adelheid Neugeboren100 m
Amalie Rosenbaum110 m
Emil Mannheimer160 m
Friedrich Wilhelm (F Krämer210 m
Sources & Imprint
Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.
mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.
Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de