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Familie Mandelbaum

Biography of Fritz (Feiwel), Erna (Ester), Max (Meir) and Heinrich Mandelbaum

Die Familie Mandelbaum stammte aus Polen, war aber staatenlos, als sie Anfang der 1920er Jahre nach Kleve kam. Fritz Mandelbaum war Schuhmacher und hatte Arbeit in der Schuhfabrik Hoffmann gefunden. Später machte er sich mit einem kleinen Textilhandel selbstständig, zunächst als Reisegewerbe und später auch in einem kleinen Geschäft, das er in seinem Wohnhaus in der Klosterstraße 15 (heute: Am der Münze 9), in das die Familie 1929 gezogen war, einrichtete. Fritz Mandelbaum besuchte weiter seine Kundschaft, während seine Frau den Laden führte.
Max Mandelbaum ging ab 1930 auf die höhere Landwirtschaftsschule, musste die Schule aber nach 1933 verlassen. Heinrich Mandelbaum machte eine Gerberlehre bei einer jüdischen Lederfabrik in Goch, bis er unmittelbar nach dem Novemberpogrom 1938 seine Stelle verlor. Daraufhin beschlossen seine Eltern, dass er in die Niederlande gehen sollte, da dort jüdische Kinder noch aufgenommen wurden. Mit einem kleinen Koffer machte sich der 15jährige am 6.12.1938 alleine auf den Weg über die Grenze.
Fritz, Erna und Max Mandelbaum wurden vermutlich im August 1939 nach Polen abgeschoben, wo sie völlig mittellos ankamen. Bis 1942 hatte Heinrich Mandelbaum noch Briefkontakt zu seiner Familie in Polen. Dann wurden die Eltern deportiert und es fehlen weitere Spuren.
Nur zu Max Mandelbaum gibt es noch eine genauere Angabe. Er wurde am 16. Oktober 1944 in KZ Flossenbürg eingeliefert, wo er starb.
Heinrich Mandelbaum kam in Arnheim in ein Kinderheim und konnte in einer Tischlerei arbeiten.
Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutschen Truppen wurden in kurzer Zeit die Maßnahmen gegen die Juden den deutschen Verhältnissen angeglichen. Ab 1942 begann die Zusammenfassung der Juden vor allem in Amsterdam und den Lagern Vught und Westerbork. Heinrich Mandelbaum wurde am 6.12.1942 in Westerbork eingeliefert. Anfang 1944 wurde er nach Bergen-Belsen transportiert, wo die Lebensbedingungen immer unerträglicher wurden. Kurz vor Kriegsende wurden immer mehr Häftlinge aus den Lagern im Osten nach Bergen-Belsen verlegt. Durch die Überfüllung, die unzureichende Versorgung und die harte Arbeit gab es eine Vielzahl von Todesfällen unter den Gefangenen. Kurz vor der Befreiung pferchte man Mandelbaum zusammen mit vielen weiteren Häftlingen in einen Eisenbahnzug. Dieser „verlorene Zug“ wurde nach einer vierzehntägigen Irrfahrt bei Tröbitz (Niederlausitz) auf offener Strecke von den Bewachern verlassen und die Gefangenen von russischen Truppen befreit. Mandelbaum kehrte zunächst in die Niederlande zurück und wanderte 1946 nach Palästina aus. Die Erinnerung an Kleve war ihm immer sehr wichtig. Aus Anlass des offiziellen Besuchs der früheren Klever Juden war er 1989 erstmals wieder in der Stadt und maßgeblich an der Organisation beteiligt. Er beschäftigte sich mit der jüdischen Geschichte Kleves und veröffentlichte 2002 sein Buch über den jüdischen Friedhof.
Heute lebt er in einem Altenheim in Jerusalem.

Stolpersteine: Klosterstr. 15 (heute: An der Münze 7 u.9)

Fritz (Feiwel) Mandelbaum (Slomniki, Polen 1892 – 1942?)
Erna (Ester) Mandelbaum geb. Kreuzer (Krakau, Polen 1896 – 1942?)
Max (Meir) Mandelbaum (Krakau, Polen 1920 – 1944 Flossenbürg)
Heinrich (Chanoch) Mandelbaum (geb. Kleve 1923)

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Sources & Imprint

Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.

mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.

Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de