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Familie Weyl

Biography of David Weyl, Sophie Weyl geb. Jonas, Hans Weyl and Trude Heimann geb. Weyl

David Weyl kam mit seiner Familie um das Jahr 1878 nach Kleve. Sein Vater Anselm Weyl gründete hier ein Kaufhaus, das später David Weyl zusammen mit seinem Bruder Louis weiterführte. 1912 konnte der Neubau an der Großen Straße (heute Kaufhof) eröffnet werden. Das neue Kaufhaus Weyl stellte alle bisher in Kleve errichteten Geschäftsbauten in den Schatten und entsprach ganz den damals modernen großstädtischen Warenhäusern. Die Familie Weyl war in das gesellschaftliche Leben Kleves integriert. David Weyl war 25 Jahre lang Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Sophie Weyl Mitglied des Städtischen Singvereins. 1928 konnte das 50jährige Firmenjubiläum gefeiert werden. Aber schon ein Jahr später geriet das Kaufhaus in den Blick der stark expandierenden Leonhard Tietz AG. Deren Bestreben, in Kleve eine Filiale zu errichten, konnten die Brüder Weyl nichts entgegensetzen und sie verpachteten ihr Kaufhaus an den Konkurrenten.
Allerdings blieb David Weyl zunächst in der Unternehmensleitung tätig und auch sein Sohn Hans trat in die Dienste der Leonhard Tietz AG.
1933 endete die Karriere von Hans Weyl abrupt. Das jüdische Unternehmen wurde schon im Juli 1933 „arisiert“ und in „Westdeutsche Kaufhof AG“ umbenannt. Hans Weyl merkte früh, dass er in Deutschland keine Zukunft mehr hatte, und emigrierte Ende 1933 nach Arnheim.
Seiner Schwester Trude gelang 1938 zusammen mit ihrem Ehemann die Auswanderung in die USA.
Nach dem Tod seiner Frau entschloss sich David Weyl zu seinem Sohn überzusiedeln. Doch verzögerte sich die Ausreise, weil der NS-Staat ihn erst gehen ließ, nachdem er ihm große Teile seines Vermögens entzogen hatte. Um die „Judenvermögensabgabe“ und die „Reichsfluchtsteuer“, die allein ¼ seines Vermögens betrug, bezahlt zu können, musste Weyl seinen Anteil an dem Grundstück in der Großen Straße und weiteren Besitz weit unter Wert verkaufen. Zuletzt eignete sich der Kreisleiter Neven noch ein Koekkoek-Gemälde an, „um dieses Gemälde der Heimat nicht verloren gehen zu lassen,“ und Weyl musste eine beträchtliche „Abgabe für Umzugsgut“ leisten.
Erst im Mai 1939 gelang es David Weyl Deutschland zu verlassen. Nach der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 wurden die Juden in kurzer Zeit auch hier Ziel der deutschen Verfolgung. Ab 1942 begann die Zusammenfassung der Juden vor allem in Amsterdam und den Lagern Vught und Westerbork.
Am 20. Januar 1942 wurde Hans Weyl mit seiner Frau und der sechsjährigen Tochter Eva im Lager Westerbork interniert. Es gelang ihm dort eine Arbeit in der Verwaltung zu bekommen und so entging die Familie der Deportation.
David Weyl wurde am 18. November 1942 in Westerbork eingeliefert und am 18. Januar 1944 deportierte man ihn nach Theresienstadt. Dort wurde er am 8. Mai 1945 befreit, war aber durch die unmenschlichen Haftbedingungen schwer krank und unterernährt. Im Dezember 1945 brachte man ihn zu seiner Tochter nach St. Louis, wo er an den Folgen der Lagerhaft verstarb.

David Weyl (Erkelenz 1873 – 1948 St. Louis USA)
Sophie Weyl geb. Jonas (Aplerbeck 1886 – 1936 Köln-Ehrenfeld)
Hans Weyl (Kleve 1907 – 1997 Arnheim NL)
Trude Heimann geb. Weyl (Kleve 1911 – 1994 St. Louis USA)

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Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.

mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.

Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de