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Familien Mayer

Biography of Albert Mayer, Martha Mayer geb. Kahn and 5 more

Albert und Julius Mayer waren Brüder, ihre Ehefrauen Martha und Bella Kahn Schwestern.
Albert Mayer kam etwa 1912 nach Kleve und war zunächst als Verkäufer - vermutlich im Kaufhaus Gonsenheimer – tätig. Später machte er sich mit einem eigenen Bekleidungsgeschäft selbstständig. Seit 1923 arbeitete dort auch sein Bruder Julius, nachdem er ebenfalls nach Kleve gezogen war.
Das Geschäft von Albert Mayer scheint erfolgreich gewesen zu sein.
1928 kauften Albert und Martha Mayer das Haus an der Lindenallee 6, in dem die Familie nun auch wohnte. 1930 zog auch das Geschäft um. Es wurde ein großes Ladenlokal in der Großen Straße 37-39 angemietet. Edgar Mayer wechselt nach der vierten Klasse auf das Klever Gymnasium.
Die „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten änderte das Leben der beiden Familien schlagartig.

Wie alle jüdischen Geschäfte in Kleve war auch das „Große Spezialhaus für gute Qualitätsklei-dung“ schon früh von den Boykottmaßnahmen betroffen. Es war den Angriffen nicht gewachsen. Die Firma Albert Mayer musste im Frühjahr 1934 Konkurs anmelden.
Rolf, der 1934 von der jüdischen Volksschule auf das Gymnasium wechseln wollte, erhielt wenige Tage vor Beginn des Schuljahrs die Mitteilung, dass ihm der Zutritt untersagt wurde, „da die zugelassene Zahl der Nicht-Arier bereits überschritten war.“ Sein Bruder Edgar musste kurze Zeit spä-ter als letzter jüdischer Schüler das Gymnasium verlassen.
Die beiden Familien rückten jetzt noch enger zusammen. Gemeinsam wohnten sie nun in dem Haus an der Lindenallee. Die Väter versuchten als Vertreter für Manufakturwaren den Lebensunterhalt zu verdienen.
Doch es wurde ihnen immer klarer, dass sie in Deutschland keine Zukunft mehr hatten.
Im Oktober 1937 mussten Albert und Martha Mayer ihr Haus verkaufen. Beide Familien emigrierten nach Luxemburg. Albert Mayer verstarb dort wenig später im Alter von 50 Jahren an den Folgen einem Herzinfarkts.
Nach der Besetzung Luxemburgs durch die deutschen Truppen im Mai 1940 waren die Familien erneut bedroht.
Julius und Bella Mayer und ihr Sohn Erich verließen Luxemburg kurz nach der Besetzung und ver-suchten sich im unbesetzten Teil Frankreichs in Sicherheit zu bringen. Dort wurden sie im August 1942 verhaftet und im Lager Les Milles (Aix-en-Provence) interniert. Für Erich Mayer ist noch ein Aufenthalt in Casseneuil (Lot-et-Garonne) belegt.
Von Les Milles wurden Bella, Julius und Erich Mayer über das Sammellager Drancy bei Paris am 7. September 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Rolf Mayer flüchtete im Dezember 1940 in das unbesetzte Frankreich. Seine Mutter folgte ihm zwei Monate später. Während es Rolf Mayer gelang, bis Kriegsende versteckt und unter falschem Namen in Frankreich zu überleben, wurde Martha Mayer 1942 verhaftet. Nach der Internierung in verschiedenen Lagern (Les Milles, Noe, Vernet, Toulouse) wurde sie am 30. Mai 1944 über Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Edgar Mayer gelang es nach Palästina zu emigrieren. Er ließ sich in Haifa nieder.

Albert Mayer (Groß-Gerau 1887 – 1937 Luxemburg)
Martha Mayer geb. Kahn (Mensdorf, Luxemburg 1891 – 1944 Auschwitz )
Edgar Mayer geb. 1921 in Kleve
Julius Rolf Mayer geb. 1923 in Kleve

Julius Mayer (Groß-Gerau 1890 – 1942 Auschwitz)
Bella Mayer geb. Kahn (Roodt-sur-Syre, Luxemburg 1895 – 1942 Auschwitz)
Erich Mayer (Kleve 1925 – 1942 Auschwitz)

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Sources & Imprint

Haus der Begegnung – Beth HaMifgash e.V.

mifgash.de
Die AG Geschichte besteht seit April 2014. Ihre Aufgabe ist die weitere Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Kleve.

Autorin und Ansprechpartnerin: Helga Ullrich-Scheyda · helga@scheyda.de