Biography of Flora and Hermann Philippsohn
Flora und Hermann Philippsohn
Hermann Philippsohn wurde 1862 in Obernkirchen geboren, Flora Gift 1868 New York. Flora und Hermann heirateten 1893 in Nürnberg. Mit ihren beiden Söhnen Bernhard und Julius, beide später Ärzte, zogen sie 1919 in die Obernstr. 17, Stadthagen.
Hermann Philippsohn arbeitete in Stadthagen als Pferdehändler. 1931 verstarb ihr Sohn Bernhard.
1939 wiesen sie die Behörden dem Judendhaus Obernstr. 26, nach dem Tod Hermanns 1941 in das Jugendhaus Am Markt 8 ein.
Ihr Sohn Julius war bereits während des Novemberpogroms 1938 verhaftet und in das KZ Buchenwald verbracht worden, wo er misshandelt wurde. Gleich nach seiner Entlassung musste er ohne seine Familie in die Schweiz emigrieren. Er entging dort knapp der Verfolgung, entkam einem französischen KZ, hielt sich bis Kriegsende versteckt und schloss sich der Résistance an. Nach dem Krieg wohnte er in Wien, wo er 1970 starb.
Zusammen mit anderen Stadthägern wurde Flora Philippsohn 1942 in das KZ Theresienstadt, ein von den Nazis geplantes „Altersghetto”, deportiert wo sie 1943 starb.
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Ilse Meier30 m
Adolf Goldschmidt100 m
Bertha Rosenfeld160 m
Bertha Wolf220 m
Hanna Lilienfeld230 m
Herbert Jonas250 m
Sources & Imprint
Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen e.V.
Stadthagen ist bekannt durch seine Bauten der Weserrenaissance, der Blütezeit des Städtchens im Zentrum Schaumburgs. Sie hat sich in der Zeit des Nationalsozialismus weder als Stadt des Widerstands noch des besonders aggressiven Terrors hervorgetan. So kann Stadthagen als stellvertretend für so viele deutsche Städte gelten, in denen jüdische Mitbürger:innen aus der Mitte der Gesellschaft gedrängt wurden. Der wachsende Antisemitismus, Berufsverbote u.ä. Drohungen und Gewalt führten dazu, dass von den 59 Juden und Jüdinnen, die 1933 in Stadthagen lebten bereits die Hälfte bis Ende 1939 emigriert sind. Die übrigen 28 wurden in die s.g. Judenhäuser Obernstraße 26 und Am Mark 6-8 gepfercht. Drei von ihnen starben eines natürlichen Todes. Eine von ihnen, Berta Gellermann, überlebte den Holocaust in Stadthagen. Eine weitere Frau, Irma Rosenfeld, überlebte die KZs und wanderte in die USA aus. Alle anderen wurden ab 1941 in verschiedene Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert und dort ermordet.
Sie waren alle Mitbürger:innen dieser Stadt. Sie betreiben Geschäfte, gründeten Familien, gingen zum Markt und spazieren und waren im Schützenverein. Sie verloren alles. In Stadthagen finden sich an den Orten des zuletzt frei gewählten Wohnorts Stolpersteine im Boden eingelassen, die an ihr Schicksal erinnern. Diese Führung folgt neun dieser Wohnorte und erzählt die Geschichte einiger von ihnen. Der Förderverein der ehemaligen Synagoge Stadthagen setzt sich dafür ein, dass ihre Geschichten bewahrt und erzählt werden. Weitere Stolpersteine sowie ausführlichere Informationen zu den einzelnen Biografien, können auf der Website der ehemaligen Synagoge nachgelesen werden.