Biography of Salomon Auerbacher and Gerda Auerbacher geb. Auerbacher
Verlegung der Stolpersteine am 13.10.2005
Salomon Auerbacher und seine aus Schmieheim stammende Frau Gerda schlossen am 5. März 1924 den Bund fürs Leben. Das Ehepaar blieb kinderlos. Salomon Auerbacher, den man im Dorf auch „Momo“ nannte, führte einen gut gehenden Gemischtwarenhandel. Sein Bruder Max Auerbacher (1880-1950), der mit ihm das Anwesen Bergstraße 10 teilte, handelte ebenfalls mit Gemischtwaren, daneben auch mit Vieh.
Am 10. November 1938, dem zweiten Tag des Novemberpogroms, wurden Salomon Auerbacher und die anderen jüdischen Männern Kippenheims von den Nationalsozialisten aus ihren Häusern geholt und in das Konzentrationslager Dachau transportiert. Während der Haft der jüdischen Männer, überprüfte das Finanzministerium in Karlsruhe ihre wirtschaftliche Lage und den Wert ihrer Geschäfte und Betriebe. Ein im November 1938 zusammengestelltes „Verzeichnis der jüdischen Gewerbebetriebe“ steht im Zusammenhang mit diesen Recherchen. Es führt zu Salomon Auerbacher an: „Offene Verkaufsstelle, Spezerei, Stoffe und alle Waren (Textil), keine Arbeiter, keine Angestellten, wird von Frau Salomon Auerbacher weiter betrieben.“
Max und Ida Auerbacher konnten im November 1937 in die USA auswandern. Auch Salomon und Gerda Auerbacher hatten sich Einwanderungspapiere über das amerikanische Konsulat in Stuttgart besorgt – die allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt, der ihnen mitgeteilt würde, zur Einwanderung berechtigte. Als am 22. Oktober 1940 die Nationalsozialisten die meisten noch in Baden wohnenden Jüdinnen und Juden nach Südwestfrankreich verschleppten, wurden auch Salomon und Gerda Auerbacher abgeholt und im Camp de Gurs im Vorland der Pyrenäen interniert. Dorthin kam auch Josef Auerbacher (1863-1940), der Vater von Gerda Auerbacher, der vom jüdischen Altenheim in Gailingen abgeholt wurde. Am 27. Dezember 1940, nur wenige Wochen nach seiner Ankunft im Lager, verstarb der 77jährige infolge der unmenschlichen Lebensbedingungen.
Auf der Zugfahrt nach Gurs hatten die Eheleute Auerbacher ihr gesamtes Gepäck verloren. Trotzdem waren sie froh, nicht mehr in Hitlerdeutschland leben zu müssen, wie Gerda Auerbacher ihrem in den USA lebenden Bruder Hugo schrieb: „Obwohl wir mittellos sind, kann ich jetzt wieder aufatmen“. Gerda Auerbacher stand mit Hugo Auerbacher und anderen amerikanischen Verwandten in ständigem Briefverkehr. Als er ihr im November 1940 von der Wiederwahl des amerikanischen Präsidenten Theodor Roosevelts berichtete, weckte dies bei Gerda Auerbacher große Erwartungen: „Vielleicht können wir jetzt schneller zu dir kommen“.
Die Hoffnungen Gerda Auerbachers sollten sich nicht erfüllen. In einem Brief vom 25. Juni 1942 klagte sie ihrem Bruder: „Das Konsulat hat uns kein Visum ausgestellt und wir rechnen mit neuen Auflagen“. Und im Juli 1942 schrieb sie ihm: „Jetzt muss man die Erlaubnis von Washington einholen. Dort sind immer wieder neue Vorschriften und Herausforderungen. Möge Gott uns helfen, alles zu überstehen.“ Hugo Auerbacher unternahm alles, um seiner Schwester und ihrem Mann aus dem Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten herauszubringen. So erklärte er sich gegenüber der amerikanischen Visa-Überprüfungskommission bereit, für ihren Lebensunterhalt aufzukommen, auch die Schiffskarten für die Überfahrt in die USA bezahlte er, doch als das im Hafen von Casablanca liegende portugiesische Schiff Serpa Pinto Ende August 1942 in See stach, waren Salomon und Gerda Auerbacher nicht an Bord. Letztlich scheiterte ihre Rettung an den von der amerikanischen Einwanderungsbehörde aufgestellten Hürden. Vermutlich wurde das Ehepaar im Sommer 1942 von den Nationalsozialisten und ihren französischen Helfern nach Auschwitz verschleppt und dort ermordet.
Quelle Text: Jürgen Stude
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Auguste Auerbacher geb. Rosenfeld10 m
100 m
Leonie Durlacher geb. Weil110 m
Oskar Wachenheimer120 m
Hermann Wertheimer140 m
Sophie Wertheimer geb. Günzburger160 m
Sources & Imprint
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025