Biography of Samuel Lehmann and Leonie Lehmann, geb. Meier
Stolpersteinverlegung am 23.02.2025
Schmidtenstr. 10, 77963 Schwanau-Nonnenweier
Leonie Meier kam am 12.06.1887 in Nonnenweier zur Welt. Ihre Eltern waren Moses Meier aus Nonnenweier, von Beruf Metzger und Berta geb. Epstein aus Eichstetten. Leonie hatte einen jüngeren Bruder, Nathan, der am 18.06.1890 geboren war. Er wanderte in jungen Jahren in die USA aus.
Leonie heiratete am 21.06.1919 den Kaufmann Samuel Lehmann, geb. am 10.05.1877 in Offenburg. Zusammen führten sie dann ein Kolonialwarengeschäft in der Schmidtenstraße 117 in Nonnenweier.
Auf einem Gruppenbild aus dem Jahre 1927 sieht man Leonie zusammen mit ihrem Mann Samuel inmitten der jüdischen Gemeinde, die in diesem Jahr ihr 220jähriges Bestehen feierte.
Von 1933 an gab es zunehmende Lebenseinschränkungen für die jüdischen Mitbürger, auch in Nonnenweier. Zwischen 1932 und 1945 erscheinen über 400 antijüdische Gesetze.
Samuel Lehmann entging dem Transport nach Dachau in der Reichskristallnacht im November 1938, vermutlich weil er zu krank ist. Er starb kurz darauf am 13.04.1939 in Nonnenweier.
Zu Beginn des Krieges 1939 wurde eine rote Zone zur Grenze nach Frankreich eingerichtet, aus der die Bewohner evakuiert wurden. Auch die jüdischen Mitbürger wurden evakuiert, Leonie Lehmann am 04.12.1939 nach Stuttgart und später nach Flehingen. Am 22.07.1940 kam Leonie Lehmann wieder nach Nonnenweier zurück.
Am Morgen des 22. Oktobers 1940, dem letzten Tag des Laubhüttenfestes, wurden Leonie Lehmann und weitere 18 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Nonnenweier, binnen zwei Stunden mit maximal 50 kg Gepäck und höchstens 100 Reichsmark Bargeld, zu den Sammelstellen befohlen.
Die Deportierten waren nach körperlich wie psychisch strapaziösestem Transport (vier Tage und Nächte) in Gurs angelangt, einem Internierungslager unweit von Pau und dem Wallfahrtsort Lourdes am Fuße der Pyrenäen im Südwesten Frankreichs, Synonym für die erste Massendeportation badischer und saarpfälzischer Juden. Ein Barackenlager mit 428 Holzhütten und mit einer Aufnahmekapazität von 18.500 Personen. Den Überlebenden gemeinsam war das Entsetzen über die Unterbringung und die hygienischen Bedingungen. Vorerst schliefen alle auf dem blanken Boden. Saisonal ergiebiger Regen verwandelte das Lagerareal in einen Sumpf und trug im harten Winter 1940/41 ebenso wie die sanitären Verhältnisse und die völlig unzureichende Ernährung zu einem rapiden Anstieg von Infektionskrankheiten bei. Die Sterberate war sehr hoch. Aus einem Brief aus Gurs: „Wie es uns geht, das muss man gesehen haben, um es mitfühlen zu können…. ihr würdet uns kaum noch erkennen, wie schlank wir geworden sind.“
Fast zwei Jahre war Leonie Lehmann diesen furchtbaren Strapazen ausgesetzt und gehörte dann zu den 1.000 Internierten, deren Nachnamen mit den Buchstaben A – M beginnen, die am 06.08.1942 aus Gurs nach Paris-Drancy verlegt und von dort am 10.08.1942 mit Transport Nr. 17 nach Auschwitz/Birkenau deportiert wurden.
Am Tag ihrer Ankunft dort, dem 12.08.1942, wurde Leonie Lehmann in der Gaskammer ermordet. Sie war 55 Jahre alt.
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Jette Rosenberger< 10 m
Gedenktafel Synagoge Nonnenweier20 m
Markus Meier Wertheimer20 m
Jeanette Meier geb. Valfer60 m
Klara Meier geb. Wolf110 m
Bertha Baum geb. Meier120 m
Sources & Imprint
Stolpersteininitiativen Lahr, Friesenheim, Schuttern, Nonnenweier, Kippenheim
Als kurze Vorabinfo: Grundlagen für die Stolpersteine in Lahr wurden gelegt durch intensive Recherchen und Veröffentlichungen von Hildegard Kattermann. Weiterhin durch intensive Recherchen und Bearbeitung von Gardy Ruder.
Die hier dargestellten Inhalte und Quellenmaterial werden recherchiert, vorbereitet, gesammelt und bereitgestellt durch den Historischen Verein Mitelbaden, Ortsgruppe Geroldsecker Land Projektgruppe Stolpersteine. Intensiv in die Arbeit mit eingebunden sind insbesondere Doris Gerteis, Bertram Bliss sowie durch städtische Unterstützung Elise Voerkel und Thorsten Mietzner vom Stadtarchiv Lahr.
Im Schuljahr 2013/2013 wurde in Zusammenarbeit mit der Schulklasse 10a der Friedrichschule unter Leitung ihrer Lehrerin gemeinsam mit dem Herausgeber Historischer Verein Mittelbaden, Regionalgruppe Geroldsecker Land mit vielen hier Unerwähnten ein kleines Buch als Anfang der öffentlich zugänglichen Dokumentation der Verfolgung und Ermordung von Lahrer Bürgern während des nazionalsozialistischen Terrorregimes erstellt.
ISBN978-3-89735-865-2.
Aktuell wird an einer erweiterten Neuauflage gearbeitet.
Inzwischen werden hier neben den Stolpersteinen in Lahr auch die der Nachbargemeinden Friesenheim, Schuttern dargestellt und eingepflegt.
Auch die Steine in Schwanau und Kippenheim werden inzwischen mit verortet.
Recht herzlichen Dank für die Zurverfügungstellung der externen Informationen an
- Ekkehard Klem, Friesenheim
- Martin Buttenmüller, Schuttern
- Stolpersteininitiative um Dagmar Frenk sowie Martin Frenk mit Norbert Klein sowie
Pfadfindergruppe Regenbogen, Nonnenweier.
- Jürgen Stude als Vertreter des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim.
Die Stolpersteine in Lahr werden regelmässig in Zusammenarbeit mit Lahrer Schülern gereinigt, seit 2023 führt der Projekttag mit Gruppenarbeit schulübergreifend in die Geschichte ein.
Neben Stolpersteinen sind auch Orte der Erinnerung mit dargestellt, welche im Zusammenhang mit den Stolpersteinen und der Geschichte der Verfolgung relevant sind.
Geschlechts- und Alterszuordnung ist bei Orten der Erinnerung programmbedingt nicht vermeidbar und nicht relevant.
Die Inhalte des Stolpersteine-Guide für Lahr und die oben genannten Umlandgemeinden werden administrativ verwaltet von Bertram Bliss, Fichtestr. 58 in Lahr.
Lahr, den 27.01.2025