Biography of Friederike Anna Linder
Friederike Anna Linder wurde am 21. April 1889 in Großheppach geboren. Ihre Mutter, Christiane Friederike Siegle, war Großheppacherin. Ihr Vater, der Schuhmachermeister Bernhard Linder, stammte aus Niederstetten. In Großheppach betrieb er ein Schuhgeschäft am Prinz-Eugen-Platz.
Bei der Geburt von Anna, wie sie wohl gerufen wurde, hatte die Familie bereits sechs Kinder, zwei davon aus der ersten Ehe ihres Vaters mit Mathilda Jäger. Anna ging in Großheppach zur Schule und wurde 1903 konfirmiert.
Möglicherweise hatte sie Lernschwierigkeiten oder kognitive Beeinträchtigungen, vielleicht auch psychische Einschränkungen. Zumindest scheint sie zu einem eigenständigen Leben nicht in der Lage gewesen zu sein.
In der Familie unterstützte Anna jedoch ihre Mutter im Haushalt und kümmerte sich um ihre sieben jüngeren Geschwister und später um ihre Nichten und Neffen.
Nach dem Tod von Annas Vater im Jahr 1928 führte ihr Bruder Bernhard das Schuhgeschäft weiter. Anna lebte weiterhin bei ihrer Mutter. Als diese dann schließlich 1938 ebenfalls starb, musste eine Lösung für die Betreuung von Anna gefunden werden. Bei ihren Geschwistern konnte sie nicht bleiben, sodass Anna schließlich am 7. Mai 1940 in einem Heim der Gustav-Werner-Stiftung in Göttelfingen untergebracht wurde.
Als 1940/41 von den Nationalsozialisten die heute sogenannte „Aktion T4“ durchgeführt wurde, mussten auch aus dem Heim der Gustav-Werner-Stiftung Menschen in den Tod geschickt werden. So wurde auch Anna am 26. März 1941 zunächst in ein Zwischenlager in Weinsberg deportiert, um dann schließlich am 7. Mai 1941 in Hadamar in der Gaskammer ermordet zu werden.
Annas Tod wurde dem Bürgermeisteramt in Großheppach gemeldet, woraufhin der Bürgermeister - ihr gesetzlicher Pfleger - darum bat, ihm die Hinterlassenschaften von Anna aus Göttelfingen zur Verteilung an die Geschwister zu senden. Die jüngeren Geschwister entschieden, dass der Holzkoffer mit Annas Nachlaß an ihren älteren Bruder August in Ulm gehen sollte.
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