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Elsa Wolf

Biography of Elsa Wolf

Elsa Wolf gelang es nicht, rechtzeitig aus Deutschland herauszukommen. Zusammen mit ihrem Mann wurde sie im Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs in den Pyrenäen gebracht. Oskar Wolf endete in Auschwitz, Elsa Wolf konnte versteckt bei französischen Bauern überleben. Das Tagebuch ihres Mannes war das Einzige, was ihr von ihm blieb.

Die jüdische Familie Wolf lebte seit 1910 in Baden-Baden. Oskar Wolf betrieb hier zusammen mit seinem Vater ein Immobiliengeschäft. Seine Frau Elsa war bis 1933 eine typische Repräsentantin des gehobenen jüdischen Bürgertums in Deutschland gewesen. Ein Dienstmädchen und ein Kindermädchen standen ihr wie selbstverständlich zur Seite. In der Familie nahm sie die für Frauen üblichen Aufgaben wahr: Erziehung und Bildung der Söhne Erich und Werner, die Sorge für ein kultiviertes Heim und Pflege der Geselligkeit, sowie die Bewahrung jüdischer Traditionen im Haus.

Doch seit 1933, spätestens aber mit dem Novemberpogrom 1938, kam ein tiefer Einschnitt. Seit diesem Datum drehte sich alles nur noch darum, ein Auswanderungsland zu finden und die Emigration zu organisieren. Oskar Wolf wurde, wie die anderen jüdischen Männer der Stadt, nach dem Synagogenbrand am 10. November 1938 nach Dachau verschleppt.

Der 17-jährige Sohn Werner fand im April 1939 in England Aufnahme. Für die Eltern blieb nun die große Sorge um den 14-jährigen Erich. Mit einem der letzten Kindertransporte konnte er Mitte August nach England entkommen. Der letzte Zug verließ Deutschland zwei Wochen später, am 1.9.1939, am Tag des Überfalls auf Polen. Fast 10 000 Kinder konnten auf diese Weise gerettet werden.

Den Wolfs gelang es trotz aller Bemühungen nicht mehr, rechtzeitig aus Deutschland herauszukommen. Am 22.10.1940 wurden sie nach Gurs deportiert mit 112 anderen in Baden-Baden verbliebenen Juden.

Immerhin konnten sie 13 Monate später das Lager Gurs verlassen. Ehemalige Geschäftspartner aus Schweden hatten ihnen die notwendigen finanziellen Mittel nach Frankreich überwiesen. Das war Voraussetzung für eine Sondergenehmigung, um außerhalb des Lagers zu leben. Die Wolfs fanden Unterschlupf in einem 23 Seelen-Dorf in der Nähe von Limoges in Zentralfrankreich bis Oskar Wolf im März 1943 bei einer Razzia verhaftet und über Drancy nach Auschwitz deportiert wurde.

Elsa Wolf blieb allein zurück und musste sich in den nächsten Monaten oft im Wald verstecken, denn – so schrieb sie an ihre Söhne – "in dieser weltfernen Ecke fielen noch im letzten Augenblick viele der Gestapo in die Hände". Im Januar 1946 konnte sie zu ihren beiden Söhnen nach England auswandern.

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