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Lehnemann, Otto

Biography of Otto Lehnemann

Otto Lehnemann hatte bis zu seiner Erkrankung im 26. Lebensjahr wahrscheinlich ein normales Leben. Er wurde geboren am 11.6.1899 als Sohn des Metzgers und Wirts Karl Gottlieb Lehnemann (1853 bis 1916) und seiner Frau Christine Maria Lehnemann geb. Schultheiß (1868 bis 1908). Er wuchs auf in seiner Familie als fünftes von sechs Kindern. Die evangelisch orientierte Familie lebte in Adolzfurt, heute Ortsteil von Bretzfeld. Seine Mutter starb als er zehn Jahre alt war.

Als Zwanzigjähriger zog er nach Backnang und wohnte zunächst bei seiner Tante Pauline Lehnemann. Ende 1921 verbrachte er zwei Monate in Hamburg und zog dann wieder zu seiner Tante, diesmal in die Gerberstraße 19.3.

Bis zu seiner Erkrankung 1925 hat er wahrscheinlich in Backnang gearbeitet. Nach einer Quelle war er "im Beruf brauchbar" nach anderen hatte er bereits in jungen Jahren als "Werkführer" eine hervorgehobene Aufsichtsstellung in einem gewerblichen Betrieb.

Nach neun Jahren Aufenthalt in der Heilanstalt Winnental wird Otto Lehnemann am 24.7.1937 in die oberschwäbische private Pflege- und Bewahranstalt in Liebenau (Ortsteil von Meckenbeuren)gebracht.Über sein Leben in der Anstalt Liebenau, wo viele Patienten in der eigenen Landwirtschaft und im Haus beschäftigt waren, ist nichts bekannt. Otto Lehnemann wurde am 3.7. 1940 mit einem Bus mit verdunkelten Scheiben zusammen mit 74 weiteren Patienten nach Zwiefalten verschleppt. Aufgrund der Tötungskapazität der Gaskammer in Grafeneck wurde er nach drei Wochen, am 25.7.1940, von Zwiefalten nach Grafeneck deportiert und dort am selben Tag ermordet. Insgesamt wurden von Liebenau in zehn Transporten 503 Menschen verschleppt, die meisten in Grafeneck, einige in Hadamar ermordet.Seit 1970 befindet sich in der Kirche in Liebenau eine Gedenkstätte mit allen Namen der Opfer. Erwähnt ist auch der Name von Otto Lehnemann.

Bernd Hecktor

Quellen:

Bernhard Trefz:" Ungeheilt in eine andere Anstalt verlegt..."Das tragische Schicksal der Backnanger "Euthanasie"-Opfer, in:Backnanger Jahrbuch Band 19: 2011,S. 161

Staatsarchiv Ludwigsburg: StAL F 235III_Bü 489 Lehnemann,Otto

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