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Friedrich Deters

Biografie von Friedrich Deters

Friedrich Deters, wurde am 25. Mai 1901 in Osnabrück geboren, lernte von Beruf Glasschleifer und war Freikorpskämpfer. Er war verheiratet mit Anna Deters, geb. Fischer. Sie hatten drei Kinder - Hildegard, Friedrich und Helga. Im November 1932 zog die Familie in die Artilleriestraße 9a. Deters wurde im Juli 1940 bei seiner Musterung durch das Wehrbezirks.Kommando Osnabrück als zeitlich untauglich zurückgestellt, im Juni 1941 wurde er dem Ers.Res. II als arbeitsverwendungsfähig zugeteilt. Während des Krieges hat er Sicherheits- und Hilfsdienst (Luftschutzpolizei) geleistet.
Am 13.08.42 wurde er von der Gestapo in die Haftanstalt Osnabrück eingeliefert (Gefangenen-Buch Nr. 342/42). Am 03.09.1942 kam er wegen Wehrkraftzersetzung in Untersuchungshaft beim Amtsgericht Osnabrück AZ: 15 GS 297/42, anschließend wurde er nach Düsseldorf überführt . Am 05.06.1943 wurde das folgende Urteil durch das SS- und Polizeigericht II, Düsseldorf gesprochen: Deters ist heute noch kommunistisch eingestellt und hat aus dieser Einstellung heraus seine zersetzende Tätigkeit fast 2 Jahre lang ausgeübt. Dabei hat er in der übelsten und gehässigsten Form nicht nur den Führer geschmäht, sondern auch jede Zuversicht seiner Kameraden auf die gerechte Sache und ihren guten Ausgang zu zerstören versucht. Das Gericht hat aber im Gegensatz zu dem 1. Urteil die Hetzreden Deters nicht als eine über das Ziel hinausgehende Kritik angesehen, sondern als eine planmässige und beabsichtigte Zersetzungsarbeit. Laut Angaben seiner Ehefrau habe er in Uniform abfällige Bemerkungen über Hitlers Kriegsführung und den Angriffskrieg gemacht.
Das in dieser Abschrift angesprochene 1. Urteil ist nicht erhalten und es gibt auch keine weiteren Hinweise darauf. Nach dem oben zitierten Urteil hat er eine Haftstrafe von 8 Jahren bekommen und es folgte am 23.07.1943 eine Verlegung in das Straflager der SS und Polizei Dachau. Die Dauer seines Aufenthaltes dort lässt sich nicht abschließend feststellen. Sicher ist, dass er noch am 02.01.1945 einen Brief an seine Ehefrau aus Dachau verfasst hat. Er schrieb darin: "Auch seid Ihr ja wieder am 6.12. durch Bombenangriff geschädigt. Liebe Anni und laß alles zu Grunde gehen. Die Hauptsache ist, daß Du und die Kinder mit dem Leben davon gekommen seid. Geht doch früh in den Bunker, denn ich möchte Euch alle noch wieder sehen." Die Verlegung in ein SS-Strafregiment muss also nach dem 2. Januar erfolgt sein. Ein Schreiben eines SS Hauptscharführers vom 06.03.1945 benachrichtigt Deters Ehefrau über den Tod ihres Mannes. Als Todesursache wurde ein Herzschuß angegeben. Todes- und Bestattungsort sei Lieberose in Brandenburg, eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen.
Zwar hatte der Rat der Stadt Osnabrück am 02.03.1948 der Witwe Friedrich Deters in Anerkennung des Opferstatus ihres Mannes, der infolge des Nazi-Terrors im Konzentrationslager umgekommen ist, eine Ehrenrente von monatlich 100,- Reichsmark gewährt, ihrem Antrag auf Umstellung der Witwenrente und Haftentschädigung auf Hinterbliebenenrente wurde jedoch nicht stattgegeben. Als Grund seiner Verhaftung wurde vielmehr die Wehrkraftzersetzung angenommen, dessen Bestrafung "keine nationalsozialistische Gewaltmaßnahme" sei, da "diese Verbrechen" doch auch "in jedem demokratischen Staat [...] bestraft" werden. Seine Tochter Helga, die im März 1941 nach Neuenkirchen verzogen war, kehrte im November desselben Jahres in die Artilleriestraße 9a zurück und wohnte dort noch bis 1963.

Quellen: Niedersächsisches Landesarchiv - Standort Osnabrück, Rep 430 Dez 304 Akz 2003/036 Nr.573.

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