Biografie von Felix Löwenstein
Felix Löwenstein arbeitete zusammen mit einem Compagnon als selbstständiger Großschlachter. Er war Mitglied der Synagogengemeinde, seine Frau Anni Löwenstein (*29. Januar 1886, geb. Heedrich) lutherisch. Der Sohn Max Löwenstein (*14. April 1913) wurde evangelisch getauft.
Wegen seiner Mischehe blieb Felix Löwenstein von den Deportationen 1941-43 verschont. Aufgrund eines Verstoßes gegen die "Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen" von 1939 (Hören von 'Feindsendern') wurde er aber schließlich doch in Haft genommen. Der genaue Zeitpunkt seiner Inhaftierung im Polizeigefängnis Turnerstraße ist nicht bekannt. Ende 1944 wurden die inhaftierten Männer des Gefängnisses nach Sachsenhausen deportiert. Von dort aus wurde Felix Löwenstein nach Neuengamme, später Sandbostel verlegt. Seine Häftlingsnummer war 68310.
In der Nacht vom 19. auf den 20. April 1945 verließen die Häftlinge, nachdem sie die Nachricht erreichte, dass die SS-Männer geflohen seinen, von Hunger getrieben die Baracken. Die genauen Umstände, bei denen sich Felix Löwenstein nachfolgend eine Verletzung zuzog, sind unbekannt. Da aber nur ein Arzt für das gesamte Lager anwesend war, konnte er nicht rechtzeitig behandelt werden und starb am 30. April 1945 an den Folgen einer Blutvergiftung. Felix Löwenstein wurde in einem Massengrab in Sandbostel beigesetzt.
Anni Löwenstein wurde im Juni 1944 im Polizeigefängnis Turnerstraße inhaftiert, der Sohn Max Löwenstein im April 1944 im Polizeigefängnis Münster. Die Mutter wurde am 31. März 1945 aus der Haft entlassen. Mit gleichem Datum entließ man Max Löwenstein aus dem Zwangsarbeitslager. Er hatte für die Organisation Todt arbeiten müssen. Mutter und Sohn kehrten nach Osnabrück zurück.
Quellen: Junk, Peter; Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche ³2000.
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