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Michel

Biografie von Dr. Carl und Edith Michel

In der Ludwigstraße 8 wohntean das jüdische Ehepaar Edith und Dr. Carl Jacob Michel.
Carl Jacob Michel wurde 1897 in der Neubrücker Mühle bei Ellweiler geboren. Einem
winzigen Ort in einer armseligen Gegend, aus der in der damaligen Zeit viele Menschen
auswanderten. Dieser abgelegene Landstrich liegt im heutigen Landkreis Birkenfeld im
Bundesland Rheinland-Pfalz. Sein Vater Heinrich Michel war dort Müller und Kaufmann.

Carl Jacob Michel studierte Rechtswissenschaften in München und promovierte 1925 in Würzburg. Seit 1926 hatte er eine Zulassung als Rechtsanwalt in Regensburg. Zunächst führte er in der Unteren Bachgasse 12 eine gemeinsame Kanzlei mit seinem sieben Jahre älteren Kollegen Justizrat Dr. Justin Lehmann, dem Regensburger Vorsitzenden des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Nachdem Dr. Lehmann 1937 seine Zulassung als Anwalt nach massiven Repressalien aufgegeben hatte und mit seiner Familie emigriert war, verlegte Dr. Michel seine Anwaltskanzlei in die Weiße-Lilien-Str. 6, 2. Stock.

Seit etwa 1936 wohnte Dr. Michel zunächst mit seiner verwitweten Mutter Ida Alwine Michel, im 2. Stock in der Ludwigstraße 8. Seine Mutter ist ab 39/40 im Jüdischen Altersheim gemeldet, das die Jüdische Gemeinde im November 1939 in der Weißenburgstraße 31 eingerichtet hatte.

Auf derselben Etage im Haus Ludwigsstraße 8 lebte auch der Textilwarengroßhändler
Leopold Rosenwald aus Sulzbürg mit seiner Frau Hannchen, seiner Tochter Edith und
zeitweise seiner Tochter Cäcilie. Cesi war Modistin, Edith Damenschneiderin. Die jüngste Tochter Hedwig ging ins Ausland. Edith Rosenwald, geboren 1910 in Sulzbürg, betrieb in der Ludwigsstraße 8 ein Nähgeschäft.

1939 heirateten Edith Rosenwald und Dr. Carl Jacob Michel. Im Sommer 1941 kam ihr Kind Denny auf die Welt. Es lebte nur einen Tag.

Ein Dreivierteljahr nach dem Tod ihres einzigen Kindes wurde das Ehepaar Michel 1942
deportiert. Wir wissen nicht wohin. Edith Michels Eltern Leopold und Hannchen Rosenwald sowie ihre Schwester Cäcilie Rosenwald wurden am 2.4.1942 nach Piaski deportiert (erste Deportation aus Regensburg). An sie erinnern seit 2007 Stolpersteine vor der Gesandtenstraße 10.

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