Biografie von Adolf STEINBERGER, Marianne STEINBERGER und 6 weitere
Adolf Steinberger (1876–1942)
Marianne Steinberger, geb. Levy (1874–1942)
Der aus dem hessischen Angenrod stammende Adolf Steinberger betrieb in einem repräsentativen Eckhaus am Sauerstaden einen Textilwarenladen. Er galt als angesehener Bürger, der ins dörfliche Leben gut integriert war. So war er etwa lange Jahre Mitglied im örtlichen Musikverein. Marianne entstammte einer alteingesessenen Bollendorfer Familie. Ihr Vater Alois Levy (1843–1900) hatte einst das Kaufhaus aufgebaut, das sein Schwiegersohn übernahm.
Aufgrund der wachsenden Bedrohung durch den NS-Staat flohen die Steinbergers 1939 ins nahegelegene Echternach. Nach der Besetzung Luxemburgs durch die deutschen Truppen versuchten sie, nach Übersee zu emigrieren, was ihnen jedoch nicht mehr gelang. Sie wurden spätestens im Herbst 1941 in das Durchgangslager „Fünfbrunnen“ zwangseingewiesen. Von dort wurden sie am 28.7.1942 in das Ghetto Theresienstadt/CZ deportiert. Bereits am 23.9.1942 folgte der Weitertransport in das Vernichtungslager Treblinka/PL, wo beide direkt nach Ankunft ermordet wurden.
Erna Plonsker, geb. Steinberger (1908–1942)
Herbert Franz Joachim Plonsker (1898–1942)
Erna war die zweitgeborene Tochter von Adolf und Marianne Steinberger. Sie heiratete im März 1935 den Handelsreisenden Herbert Plonsker aus Trier, der in Echternach arbeitete, wo das Ehepaar auch lebte. Beide wurden mit dem ersten von Luxemburg abgehenden Transport am 16.10.1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz/PL) deportiert. Herbert starb dort am 7.5.1942. Erna wurde im April 1942 offiziell aus dem Ghetto „ausgewiesen“ und im darauffolgenden Monat in das Tötungslager Chelmno/PL gebracht und ermordet.
Irma Stern, geb. Steinberger (*1903)
Isaak Stern (*1895)
Norbert Markus Stern (*1927)
Arnold Adolf Stern (*1933)
Irma, die älteste Tochter des Ehepaars Steinberger, heiratete den Handelsmann Isaak Stern, der in dem Geschäft ihres Vaters mitarbeitete. Die Sterns hatten zwei Söhne, die in Bollendorf geboren wurden: Norbert und Arnold. Irma und Isaak konnten ihr eigenes sowie das Leben ihrer Kinder durch eine Flucht im Jahr 1939 nach Übersee retten: In Santo Domingo in der Dominikanischen Republik fanden sie eine neue Heimat und eine Zukunft.
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