Biografie von Emma und Josef Krämer
Mittelstraße 62
Letzter Wohnsitz der Familie Krämer in Hilden
Emma Krämer, geb Coopmann
geb. am 12.03.1871 in Linnich
1942 nach Theresienstadt deportiert
am 17.08.1943 dort gestorben
Josef Krämer
geb. am 25.04.1869 in Bensheim an der Bergstraße
17.11.1941 Einlieferung in die Heilanstalt Bendorf
20.05.1942 Tod in der Heilanstalt
Emma Krämer, geborene Coopmann, wurde am 12.03.1871 in Linnich geboren. Sie eröffnete am 01.08.1897 in Hilden ein Geschäft für Kurz-, Woll- und Weißwaren auf der Mittelstraße 73. Am 28. Dezember 1901 heiratete sie den Kaufmann Josef Krämer, geboren am 12.03.1869 in Bensheim/Weinstraße, welcher dann später das Geschäft übernahm und trotzdem das Geschäft unter den Mädchennamen seiner Frau ins Handelsregister einschreiben ließ. Das Geschäft wurde im Juli 1910 in die Mittelstraße 62 verlegt, da es dort größere Schaufenster und bessere Ausstellungsmöglichkeiten gab. 1902 kam ihr Sohn Bernhard zur Welt und zwei Jahre später ihre Tochter Klara. Ihr 30-jähriges Geschäftsjubiläum wurde 1927 in der Zeitung mit einem Artikel gewürdigt. Die ganze Familie genoss ein gewisses Ansehen in Hilden.
Jedoch wurde das Geschäft und die Waren in der Pogromnacht von SS- und SA-Leuten zerstört. Herr Krämer war schon seit einiger Zeit krank, weshalb seine Frau wieder die Geschäftsführung übernommen hatte. Nur einige Tage nach der Verwüstung des Geschäfts durch die Nazis wurde Frau Krämer vom Ortsgruppenleiter dazu gedrängt ihr großes Haus für 23000 Reichsmark zu verkaufen, wovon ihr jedoch nur ein geringer Teil ausgezahlt wurde. Josef Krämer wurde am 17 November 1941 in die Heilanstalt Bendorf-Sayn eingeliefert. Zwei Wochen später, am 4. Dezember, verließen Emma Krämer, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter Hilden, da sie in ein jüdisches Haus in Düsseldorf ziehen mussten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Familie Krämer zusammen mit Erna Herz und ihrem Vater die einzigen Juden, die noch in Hilden lebten. Josef Krämer ist am 20.05.1942 in der Heilanstalt gestorben. Nachdem Emma Krämer am 21.Juli 1942 von Düsseldorf nach Theresienstadt deportiert wurde, starb sie dort am 17. August 1943.
Quelle:
Arbeitskreis Stolpersteine Hilden. Steine gegen das Vergessen. Stolpersteine Hilden. 2. Auflage. Hilden 2013. S.46-47.
(Onyeka)
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