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Innozenz Rehm

Biografie von Innozenz Rehm

Innozenz Rehm wurde am 6. Dezember 1899 in Legau (Allgäu) geboren. Er wurde als Schlosser und Automechaniker ausgebildet und arbeitete später als Kraftfahrer. Verheiratet war er mit Sophie Rehm (geb. Hofmann). Sie hatten eine Tochter.
Innozenz Rehm war Mitglied im Spartakusbund und am 31. Dezember 1919 wurde er Mitglied in der KPD. Gleichzeitig war er aktiver Gewerkschafter. In der Parteiorganisation der KPD Augsburg war er zuständig für Militärpolitik und Jugendarbeit. Seine Bibliothek stand den Jugendlichen zur Verfügung.
1932 kandidierte er für den Augsburger Stadtrat. Im gleichen Jahr wurde er an die Frunse-Militär-Akademie in der Sowjetunion entsandt.
1933 kehrte er in den Raum Halle (Saale) zurück und arbeitete am Aufbau einer Widerstandsorganisation. Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr waren in Augsburg bereits ehemalige Kollegen und Kolleginnen verhaftet worden.
Am 20.9.1933 wurde er in Halle von der Gestapo verhaftet. Die Verurteilung erfolgte 1935 wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Er erhielt 2 Jahre und 6 Monate Zuchthaus, die er im Zuchthaus Amberg bis zu seinem Tod verbrachte.
Am 1.Oktober 1937 starb er, nachdem ihm im Rahmen einer Versuchsreihe TBC-Bakterien eingeimpft wurden.
Medizinische Versuche an Häftlingen wurden gern zur Erforschung von Impfstoffen und deren Auswirkung auf Viren und Bakterien genutzt ohne Einwilligung und Rücksicht auf die Folgen.
Die Ehefrauen / Witwen von Widerstandskämpfern hatten, neben dem persönlichen Leid, ein schweres Leben. Der politische Druck lastete auf ihnen und es war schwierig, den Lebensunterhalt für sich und die Kinder zu beschaffen.
Sofie Rehm war im Widerstand tätig. Sie unterstützte durch die im Untergrund arbeitende „Rote Hilfe“ Familien, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Sie widerlegte damit die allgemein übliche Behauptung „man konnte doch als Einzelne nichts tun“ und ermöglichte, mit Gleichgesinnten zusammen, das Überleben vieler betroffener Familien. Und das mit großem persönlichem Risiko. Auch sie wurde kurzzeitig verhaftet. Ein Vorbild für nachfolgende Generationen.
Als Überlebende des NS Regimes konnte sie authentisches Zeugnis abgeben über dessen Gräueltaten, die sie ja im engsten Familienkreis erlebt hatte. Somit hat sie nach dem Ende des NS-Regimes eine wichtige Funktion als „Zeitzeugin“ ausüben können.

Gedicht von Innozenz Rehm (verfasst am 24.10.1935)

Trotzig widerstand ich allen Stürmen
Mutig zeigte ich dem Sturm den Weg.
Und siehe da - er ging den Weg,
den ich ihm wies - darum sei unverzagt
und trotze dem Wind.

Nach dem Winter kommt der Frühling.
Nach dem Regen wieder Sonnenschein.
Nach jeder Nacht erglüht sogar
auf Erden ein schönes, neues Morgenrot

© Text+Foto: VVN-BdA KV Augsburg

http://www.vvn-augsburg.de/3_portraets/rehm_innozenz/rehm.html

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