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Heinrich BAUMANN

Biografie von Heinrich Baumann

Leonhard Heinrich Baumann
06.06.1883 in Marktlustenau/Crailsheim - 23. 02.1945 Dachau

Der Landwirtssohn kommt kurz vor dem Ersten Weltkrieg nach Stuttgart, wohnt zunächst in der Aspergstr. 37 in Gablenberg, dann in der Champignystr. 25 am Stöckach. Als „Güterbodenarbeiter“ arbeitet er bei der Spedition Gustav v. Maur und engagiert sich in der Arbeiter- und Waldheimbewegung.1928 wird sein Sohn Heinrich geboren wird und Heinrich Baumann kandidiert auf der KPD-Liste für den Stuttgarter Gemeinderat. Mit 30208 Stimmen erreicht er Platz 6 (SPD 10 Sitze, KPD, DNVP und DDP je 4 Sitze, NSDAP: 0). Bei der Neuwahl im Juli 1932 (NSDAP 13 Sitze) rückt Baumann nach.

Unmittelbar nach der NS-Machtergreifung wird die KPD zerschlagen, oppositionelle Vereine und Organisationen werden aufgelöst, deren Vermögen beschlagnahmt und ihre Presse verboten.

Allein in Stuttgart verhaftet die Polizei in der Nacht zum 11.3.1933 rund 200 Kommunisten – unter ihnen Gemeinderat Heinrich Baumann - , sammelt sie in der Reithalle und verschleppt sie über eine Kaserne in Ulm ins neu gegründete „Schutzhaftlager“ genannte KZ auf dem Heuberg bei Stetten am Kalten Markt.

Der Waldheimverein Sillenbuch, dessen 1. Vorsitzender Baumann ist, wird am 13.3.1933 aufgelöst, das Gebäude beschlagnahmt und von SA und Hitlerjugend besetzt.

Vier Monate später wird Heinrich Baumann mit der Auflage entlassen, sich täglich bei der zuständigen Polizeiwache zu melden. Arbeitslosigkeit und Schikanen prägen 3 Jahre lang den Alltag bis Baumann endlich Arbeit findet - erst in der Kocherkanalisation, dann als Notstandsarbeiter in der Plattenfabrik Gaisburg und bei Firma Schenker, wo er bis zu seiner Verhaftung am 20.7. 1944 arbeitet.

Als "Schutzhäftling Nr. 93038" bringt man Heinrich Baumann ins KZ Dachau.
Dort stirbt er 23.2.1945 – zwei Tage nachdem sein Sohn, der 17-jährige Heinrich Baumann jun., den Stellungsbefehl zum Militär bekommen hat und für das NS-Regime in den Krieg ziehen muss.

1946 wird die Champigny-Straße nach Heinrich Baumann benannt.
1952 kann die Rückbenennung nur knapp verhindert werden.

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