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Familie K. Seibold

Biografie von Konrad Seibold Jr. und Konrad Seibold

Uhrenmachergasse 23, Söflingen (Verlegung am 12.10.2017)

Die Geschwister Seibold kamen aus der Gegend um Günzburg kurz vor dem 1. Weltkrieg nach Ulm. Ihr Vater, Johannes Seibold, kaufte in Söflingen das Haus Kapellengasse 25 und richtete dort sein Schuhmachergeschäft ein. Die Geschwister gehörten oder waren stark beeinflusst von den Zeugen Jehovas. Als die Nazis an die Macht kamen wurden sie wegen ihrer religiösen Überzeugung unerbittlich verfolgt. Der jüngste, der 1903 geborene Schuhmachermeister Johann Seibold, der „weder einen Waffendienst noch einen Eid leisten“ konnte, wurde 1937 beim Verstecken von Literatur verhaftet. Mit Unterbrechungen musste er die nächsten Jahre in Konzentrationslagern verbringen, bis er am 11. Dezember 1940 in Brandenburg a. d. Havel hingerichtet wurde. Sein Neffe Konni (s. Bild), der 1922 geborene Konrad Seibold jun., entschied sich in den Monaten danach zur Verweigerung des Wehrpasses und Nichtannahme des Gestellungsbefehls und wurde Ende 1941 verhaftet. Konni wohnte mit seinem Vater, dem Maschinenformer Konrad Seibold sen., in der nahegelegenen Uhrenmachergasse 23. Konni wurde im Februar 1942 wegen „Zersetzung der Wehrkraft“ zum Tode verurteilt und am 28. März 1942 in Brandenburg a. d. Havel hingerichtet. Sechs Monate später wurden Konnis Vater und sein Onkel Josef Seibold verhaftet. Sie wurden zusammen in das KZ Welzheim und später nach Dachau gebracht. Im August 1944 wurden sie nach Mauthausen überstellt, wo sie als Sklavenarbeiter in der Eisenhütte der Hermann-Göring-Werken in Linz eingesetzt wurden. Dies führte kurz vor Kriegsende am 14. April 1945 zum Tod von Konrad Seibold sen. Josef Seibold überlebte und wurde Anfang Mai 1945 durch amerikanische Soldaten befreit. Als letzte kam die Schwester, Barbara Seibold, in Haft am 13.12.1943. Barbara war selbst kein Zeuge Jehovas. Es war aber vor allem wegen ihrer Unterstützung für den Zeugen Jehovas Joni Stark (Stolperstein vor der Herdbruckerstraße 6) und für seine Entscheidung, nicht zum Reichsarbeitsdienst zu gehen, dass sie verhaftet wurde. Sie wurde in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gebracht. Ende 1945 wurde sie vom KZ aus auf den Todesmarsch nach Schwerin geschickt, den sie überlebte. Im Mai 1945 wurde auch sie von heranrückenden US-Truppen befreit.

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