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Wachenheimer, Manfred

Biografie von Manfred Wachenheimer

Karl-Heine-Str. 8 (Adventgemeinde)
Manfred Wachenheimer

Manfred Wachenheimer wurde am 26.12.1886 in Karlsruhe als Sohn von Moritz Wachenheimer und Lina Wachenheimer (geb. Schwab) geboren. Er hatte zwei Schwestern: Hedwig und Regina (Halbschwester).
Manfred besuchte 1897/98 das Humboldt-Realgymnasium und bis 1902 die Kant-Realschule bis zur Untersekunda. Von 1905/06 an besuchte er die Handelshochschule Köln. Danach ging er auf Reisen und war in Amerika, England und Frankreich, um seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Manfred Wachenheimer war als Kaufmann und Korrespondent tätig.
Von 1910-1925 war er Direktor der "Deutschen Präposit-Werke GmbH" Ettlingen/Baden (Chem. Fabrik) - unterbrochen durch den Kriegsdienst 1915 bis 1917. Anschließend arbeitete er als Geschäftsführer der "Arthur Schenkel GmbH" Karlsruhe (Herstellung und Vertrieb elektrotechnischer Erzeugnisse) in der Zeit von 1926/27. Für die Firma "Arthur Plöttner Chem. Fabrik" in Zeitz war er 1928/29 Auslands-Korrespondent. 1932/33 war er Organisationsleiter der Firma "Gespa", Gesellschaft f. Stromsparende Beleuchtung mbH Leipzig. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten verlor Herr Wachenheimer aufgrund seiner jüdischen Abstammung seine Erwerbsmöglichkeiten.
Am 14.07.1934 heiratete Manfred Wachenheimer Maria Haas. Sie hatten keine Kinder.
1938 wirkte er bei der probeweisen Herstellung von Räucherpatronen zur Vernichtung von Termiten in den Tropen bei Ernst Sohr in Neugreußnig (bei Döbeln) mit.
Als er nach Leipzig zog, kam er mit der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Kontakt und trat dieser bei.
Ab 1939 musste Manfred Wachenheimer Zwangsarbeit verrichten: bis 1941 als Erdarbeiter bei der Firma Heinz Ehrling Leipzig und 1941/42 bei der "Putztuchwäscherei Otto Pretzsch".

Auf Drängen einzelner Gemeindeglieder wurde Manfred Wachenheimer aus der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten ausgeschlossen.
Am 21.03.1942 wurde sog. "Schutzhaft" durch die Gestapo Leipzig angeordnet. Er kam in das Gefängnis Wächterstraße. Als Grund wird "Nichttragen des Judensterns" und "unerlaubte religiöse Betätigung" angegeben, da Juden die Teilnahme an christlichen Gottesdiensten untersagt war.
Am 04.06.1942 wurde er in das KZ nach Buchenwald überführt.
Manfred Wachenheimer (55 Jahre) kam am 4. Juli 1942 im KZ Buchenwald ums Leben. Der Totenschein weist als Todesursache: "Herzversagen bei Zellgewebseiterung am rechten Oberarm" aus. Seine Urne befindet sich auf dem Alten Israelitischen Friedhof Leipzig.

Recherchen: Bernd Schmidt, Dieter Wache
Pate: Dieter Wache

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