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Silberberg, Simon mit Familie

Biografie von Simon Silberberg, Sabine Silberberg und 3 weitere

Familie Simon Silberberg – Alte Str. 5

Simon Silberberg wurde am 1.4.1889 in Stopinca (Russland) geboren. Am 9.3.1913 heiratete er Sabine Sprinca Spierer. Sie wurde am 13.8.1887 in Kolomea geboren. Seit 1911 wohnten die Eheleute in Leipzig. Hier kamen auch ihre Kinder zur Welt. Wolf wurde am 31.12.1913 geboren. Er starb jedoch bereits 1922. Sara kam am 15.12.1915 zur Welt, Markus am 10.8.1917 und Rosa am 26.5.1920. Die Familie wohnte seit 1917 in der Alte Str. 5 in Leipzig-Plagwitz.

Simon besaß mehrere Schuhgeschäfte, u.a. in der Schwartzestr. 6. Im Jahr 1928 erwarb er das Haus in der Rabenerstr. 2 in Leipzig-Lindenau.

Im Jahr 1937 wurde Sabine nach einem Gallenleiden operiert. Der behandelnde und in Leipzig sehr verdienstvolle Arzt Dr. Frankenthal (Stolpersteine Dittrichring 13) empfahl einen Kuraufenthalt. Diesen in England zu verbringen und damit Sabine die Flucht zu ermöglichen, gelang nicht. Außer Sara wurde die Familie am 28.10.1938 nach Polen abgeschoben (sog. „Polenaktion“) und ging wie die Familie seines Bruders Salomon Silberberg (Stolpersteine Dieskaustr. 8) nach Lodz. Im Dezember 1938 gelang es, Sara nach England zu retten.

Simon konnte vom 16.4.1939 bis 3.6.1939 noch einmal nach Leipzig, um seine Geschäfte abzuwickeln. Er wollte das Haus verkaufen, damit die Familie in Polen versorgt werden konnte. Doch jüdisches Kapital durfte Deutschland nicht verlassen. Das Haus wurde von Rechtsanwalt Hartwig Tetzner zwangsverwaltet und ging in das Eigentum der Haupttreuhandstelle Berlin über.

Simon wurde 1940 mit seiner Familie im Ghetto von Lodz (ab April 1940 Litzmannstadt) interniert. Vermutlich mit der Auflösung des Ghettos ab Sommer 1944 wurde Simon (55 Jahre) und Sabine Silberstein (57 Jahre) nach Auschwitz deportiert und ermordet. Rosa (24 Jahre) deportierte man in das KZ Stutthof, wo sie ums Leben kam.

Markus arbeitete bis zu seiner Abschiebung nach Polen in einer Autowerkstatt. Während des Krieges konnte er sich zunächst in Warschau, dann im Ghetto Litzmannstadt und in den Dörfern der Umgebung verstecken, bis er im Januar 1945 befreit wurde. Nach 1945 gründete er in Deutschland eine Familie, mit der er 1948 in die USA ging. Es bleibt unklar, was er in diesen Jahren erlebt hatte. Der nachgeborenen Familie erzählte er nie etwas über sein Schicksal.

Quellen: Leipziger Gedenkbuch, Staatsarchiv Leipzig, Familienunterlagen / -erinnerungen von Deborah Silberberg (Großnichte, USA)

Patenschaft: André Mehler, Stephan Hullard-Pulstinger, Susanne Siegert

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